Davos Proteste erwartet

Im Schweizer Wintersportort Davos beginnt das Weltwirtschaftsforum. Zur 30. Auflage der Veranstaltung kommen 2.000 Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur - und erstmals ein US-Präsident.

Davos - In den kommenden sechs Tagen werden die 1.200 Topmanager aus der Wirtschaft, Wissenschafts- und Kultur-Grössen sowie die rund 300 Politiker an Plenarsitzungen, Seminaren und im kleinen Kreis hinter verschlossenen Türen über die Herausforderungen des neuen Jahrtausends diskutieren.

Auf deutscher Seite gehören zu den Teilnehmern Bundespräsident Johannes Rau, Außenminister Joschka Fischer, Finanzminister Hans Eichel und sein Wunschkandidat für den IWF Caio Koch-Weser. DaimlerChrysler-Chef Jürgen Schrempp wird ebenso da sein wie Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Rolf Breuer. Sie treffen unter anderem auf Bill Gates, AOL-Präsident Steve Case, Tony Blair und Yassir Arafat. Eröffnet wird das Wirtschaftsforum heute abend um 18 Uhr vom Schweizer Bundespräsidenten Adolf Ogi.

Schwerpunkt ist in diesem Jahr die Frage, wie das Internet die Wirtschaft, den Arbeitsalltag und die Gesellschaft verändert. Allerdings spielt auch das Thema Globalisierung eine wichtige Rolle: Mit Spannung erwartet wird die Rede von Bill Clinton am Samstag zur globalen Wirtschaftspolitik.

Nach den Erfahrungen von Seattle wird das diesjährige Forum wird von einem beispiellosen Aufgebot von Sicherheitskräften geschützt, darunter erstmals auch 70 Angehörigen der Armee. Die Maßnahmen wurden nach einem Anschlag auf das Kongressgebäude vom 15. Januar nochmals verschärft. Trotz eines Demonstrationsverbots hat die Anti-WTO-Koordination für Samstag zu einer Protestkundgebung aufgerufen.