Arbeitsagentur Milliardenreserven ab Oktober aufgebraucht

Die Agentur für Arbeit gerät infolge der Wirtschaftskrise in finanzielle Bedrängnis: Die milliardenschweren Rücklagen der Behörde sind voraussichtlich im Oktober aufgebraucht. Im vierten Quartal könnte es somit ein Liquiditätsproblem geben, das laut Arbeitsagentur aber nur vorübergehend sein soll.

Nürnberg - Die Bundesagentur für Arbeit wird voraussichtlich ab Oktober auf ein Liquiditätsdarlehen des Bundes angewiesen sein, um bis Jahresende zahlungsfähig zu bleiben. Dies gehe aus neuesten Berechnungen der Behörde hervor, berichtete das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL am Samstag vorab. Eine Sprecherin der Arbeitsagentur bestätigte dies am Samstag.

Die Bundesagentur ist der Sprecherin zufolge mit einem Finanzpolster von rund 17 Milliarden Euro ins Jahr gestartet. Diese Rücklagen könnten wegen der wirtschaftlichen Situation im vierten Quartal komplett verbraucht sein, sagte Mirtschin.

"Zwischenzeitlich könnte ein Liquiditätsproblem auftreten." Dieses sei aber nur vorübergehend, da die Nürnberger Behörde im Dezember 7,8 Milliarden Euro aus den Mehrwertsteuereinnahmen des Bundes erhalte.

Daher werde die Bundesagentur am Ende des Jahres nach dem derzeitigen Haushaltsplan wieder über Rücklagen von 6 Milliarden Euro verfügen. Der bisherige Haushaltsplan basiere auf der Prognose der Bundesregierung, dass die Wirtschaft 2009 um 2,25 Prozent schrumpfen werde. Laut SPIEGEL wird das Defizit der Bundesagentur deutlich höher ausfallen, da die Bundesregierung ihre Prognose nach unten korrigieren müsse.

Der Zuschuss von einem Prozent der Einnahmen aus der Mehrwertssteuer sei bisher in Monatsraten an die Bundesagentur gezahlt worden, berichtete das Magazin. Seit diesem Jahr erhalte die Behörde die Summe aber einmalig im Dezember.

manager-magazin.de mit Material von ap

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