IWF/OECD Wenig Hoffnung für deutsche Konjunktur

Die Aussichten für die Konjunktur in Deutschland bleiben düster: Der Internationale Währungsfonds erwartet für 2009 einen Einbruch der Wirtschaftsleistung von 5 Prozent. Die Metall- und Elektroindustrie nährt diese Prognose mit schlechten Nachrichten. Gleichwohl warnt Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt vor Schwarzmalerei.

Berlin - Der Internationale Währungsfonds malt ein düsteres Bild von der wirtschaftlichen Lage in Deutschland. In seinem neuen Weltwirtschaftsausblick, der Ende April erscheinen wird, sagen die IWF-Experten nach einem "Spiegel"-Bericht voraus, dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 5 Prozent schrumpfen wird. Als Folge würden Arbeitslosigkeit und Defizite in den öffentlichen Haushalten drastisch steigen.

Nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wird die deutsche Wirtschaft unter den großen Industrienationen besonders stark einbrechen. Kein Land der sieben führenden Industrienationen (G-7) gab bei dem am Freitag veröffentlichten Wirtschaftsindikator für Februar im Jahresvergleich so stark nach wie Deutschland. Mit 90,3 Punkten lag der Wert für die künftige wirtschaftliche Entwicklung um 12,7 Punkte unter dem Vorjahreswert. Für die G-7-Staaten wurde ein Durchschnittswert von 91,3 Punkten und damit 10,3 Punkte weniger als im Vorjahr ermittelt.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt warnte dennoch vor Schwarzmalerei. "Ich hoffe sehr, dass wir im Verlauf des Jahres die konjunkturelle Talsohle durchschreiten. Auf jeden Fall warne ich davor, die schwierige Situation durch Schwarzmalerei weiter zu belasten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Um Kurzarbeit für die Wirtschaft noch attraktiver zu machen, regte er neue Entlastungen an: Die Arbeitgeber sollten bei Kurzarbeit vorübergehend von den Sozialabgaben für die Beschäftigten komplett befreit werden.

Laut "Spiegel" zeichnet sich ab, dass die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute in ihrem Frühjahrsgutachten für 2009 ebenfalls ein Minus in der Größenordnung von 5 Prozent erwarten. Die Bundesregierung dürfte ihre frühere Schätzung von minus zweieinviertel Prozent ebenfalls deutlich nach unten korrigieren. Inzwischen ist auch in der großen Koalition von einem Einbruch von vier bis 5 Prozent die Rede.

Metallindustrie erwartet massiven Produktionsrückgang

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall erwartet unterdessen einen massiven Einbruch der Produktion in der Metall- und Elektroindustrie. "Für 2009 ist ein Produktionsrückgang im zweistelligen Prozentbereich nicht ausgeschlossen", sagte Verbandspräsident Martin Kannegiesser der "Bild"-Zeitung (Samstag).

"Wir befinden uns in einem Sturzflug, dessen Tempo und Wucht alle überrascht." Die Auftragseingänge lagen dem Bericht zufolge im Februar um 40 Prozent unter dem Vorjahreswert. "Ich vermute, dass wir den Tiefpunkt unserer Branche in der ersten Jahreshälfte 2010 sehen werden", sagte Kannegiesser.

Wie die OECD am Freitag weiter mitteilte stieg die Arbeitslosenquote im OECD-Raum im Februar auf 7,3 Prozent nach 7,0 Prozent im Vormonat. Auf Jahressicht stieg die Quote um 1,7 Punkte. In Deutschland gab es einen Anstieg von 7,3 auf 7,4 Punkte, in der Eurozone von 8,3 auf 8,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote in den USA stieg deutlich von 7,6 auf 8,1 Prozent.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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