Commerzbank Protest gegen Dresdner-Übernahme

Commerzbank-Chef Martin Blessing droht wegen der Übernahme der Dresdner Bank heftiger Widerstand von seinen Anteilseignern. Drei Kleinaktionäre wollen Blessing auf der Hauptversammlung das Vertrauen entziehen und eine Sonderprüfung veranlassen.

Frankfurt am Main - Aus der Einladung zu der Hauptversammlung am 15. Mai geht hervor, dass drei Aktionäre Blessing das Vertrauen entziehen wollen und eine Sonderprüfung anstreben, die Details der Dresdner-Übernahme Anfang des Jahres beleuchten soll. Unter anderem wollen die Aktionäre wissen, ob der Kaufpreis von knapp fünf Milliarden Euro angemessen war, ob der Wert für die Milliardenverluste schreibende Dresdner Bank richtig ermittelt worden ist und wie hoch der Gesamtschaden für die Commerzbank durch die Übernahme ist.

Die Commerzbank  musste vom Staat mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro gestützt werden, um unter anderem den Kauf der Dresdner Bank stemmen zu können. Für beide Anträge, die Sonderprüfung und den Vertrauensentzug, ist nach Angaben der Commerzbank eine einfache Mehrheit des bei der Hauptversammlung vertretenen Aktionärskapitals ausreichend.

Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Kleinaktionäre mit ihren Anträgen nicht durchkommen: Die Commerzbank hat mit den Versicherungskonzernen Allianz und Generali zwei starke Großaktionäre im Rücken: Die Allianz, von der die Commerzbank die Dresdner gekauft hat, kommt alleine bereits auf 19 Prozent der Anteile, Generali hält gut sechs Prozent.

Commerzbank-Chef Blessing sieht für eine Sonderprüfung keinen Anlass. Der Vorstand habe auf "Grundlage ausreichender Informationen gehandelt und jederzeit die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters angewandt", erklärte er in der Einladung zur Hauptversammlung.

Das Treffen ist auf zwei Tage angesetzt, was darauf hindeutet, dass die Commerzbank mit langwierigen Abstimmungsprozessen und heftigen Diskussionen mit ihren Anteilseignern rechnet. Von den Aktionären will sich Blessing die Zustimmung holen zum Einstieg des Bundes mit 25 Prozent plus einer Aktie, die er für die Kapitalspritze bekommen soll. Das Grundkapital soll um 295 Millionen Aktien zum Preis von je sechs Euro erhöht werden. Dafür ist nach dem neuen Finanzmarktstabilisierungsgesetz eine einfache Mehrheit ausreichend. Allerdings muss das Gesetz erst noch an diesem Freitag vom Bundesrat abgesegnet werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters