Porsche Absatz eingebrochen, Gewinn vervierfacht

Porsche hat im vergangenen halben Jahr doppelt so viel Gewinn wie Umsatz verbucht. Dieses Kunststück verdankt das Unternehmen der Spekulation mit VW-Aktien. Fast der gesamte Überschuss stammt aus Optionsgeschäften. Dabei lief das Kerngeschäft mit Sportwagen eher schlecht. Eine Prognose wagt Porsche nicht.

Stuttgart - Der Sportwagenhersteller Porsche  hat im ersten Halbjahr seines Geschäftsjahres erneut deutlich von Aktienoptionsgeschäften mit Volkswagen-Aktien  profitiert. Dadurch sei das Vorsteuerergebnis vom 1. August bis zum 31. Januar gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 1,7 Milliarden auf 7,3 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Stuttgart mit. Porsche wies allerdings daraufhin, dass das Vorsteuerergebnis am Kurs der VW-Aktie hänge und auch wieder sinken könne.

Der Ergebnisbeitrag aus Aktienoptionsgeschäften im Zusammenhang mit der Entwicklung der VW-Aktien stieg von 850 Millionen auf 6,84 Milliarden Euro. Porsche hält rund 51 Prozent an VW und hat diese Beteiligung Schritt für Schritt in den vergangenen drei Jahren aufgebaut. Die Stuttgarter wollen so schnell wie möglich ganz das Ruder bei VW übernehmen und noch in diesem Jahr auf eine Beherrschungsmehrheit von 75 Prozent kommen. Dies bekräftigten sie am Dienstag noch einmal. Der Konzern halte sich "alle Optionen offen".

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) stellte unterdessen das Verfahren gegen Porsche wegen des Verdachts auf Kursmanipulation ein. "Wir haben keine Anhaltspunkte für Kursmanipulation gefunden", sagte eine Sprecherin der Bonner Behörde am Dienstag. Zahlreiche Anleger, allen voran Hedgefonds, hatten im vergangenen Jahr auf einen Fall der VW-Aktie gewettet und deutliche Verluste eingefahren, als der Kurs auf zeitweise mehr als 1000 Euro in die Höhe schnellte.

Porsche hatte bereits im vergangenen Geschäftsjahr von den Geschäften mit VW-Aktien profitiert und dadurch vor Steuern mehr Gewinn als Umsatz erzielt. Dieses Kunststück gelang den Stuttgartern erneut.

Der Umsatz sank von August bis Januar - wie bereits Anfang März mitgeteilt - um 12,8 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Auch das operative Ergebnis sei entsprechend gesunken. Genaue Zahlen nannte Porsche allerdings nicht. Der Absatz sei wegen Veränderungen im Modellmix - wie bereits bekannt - um 26,7 Prozent auf 34.266 Autos eingebrochen. Hoffnungen knüpft Porsche im laufenden zweiten Halbjahr des Geschäftsjahres an die neuen Boxster- und Cayman-Modelle.

Für das Gesamtjahr wollte das Unternehmen keine Prognose wagen. Aufgrund der Unsicherheit auf den Märkten seien verlässliche Aussagen derzeit nicht möglich. Allerdings stehe außer Frage, dass Umsatz und Absatz unter den Vorjahreswerten liegen werden.

Porsches Vorzugsaktien fielen im frühen Börsenhandel um bis zu 7 Prozent. "Vor allem die Gewinne aus den Optionsgeschäften mit VW-Aktien lagen über den Markterwartungen und unseren noch optimistischeren Prognosen", kommentierte DZ-Bank-Analyst Michael Punzet. Enttäuschend sei aber der Umfang der Netto-Verschuldung von neun Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von ddp, reuters und dpa-afx