Dunfermline Schottlands größte Bausparkasse vor dem Aus

Schottlands größte Bausparkasse Dunfermline steht vor dem Aus. Die britische Regierung lehnte staatliche Hilfen ab: Das Institut soll zerschlagen und verkauft werden. Im Fall von Lloyds, RBS, Northern Rock und Bradford and Bingley war der britische Staat noch eingesprungen.

London - Dunfermline werde zerschlagen und verkauft, sagte der für Schottland zuständige Minister Jim Murphy der BBC.

Verantwortlich für die Schieflage seien neben einer Überfrachtung mit faulen Krediten auch Fehler des Managements. Die Einlagen der Sparer seien aber geschützt, versicherte Premierminister Gordon Brown.

Dunfermline ist die zwölftgrößte Bausparkasse in Großbritannien und beschäftigt knapp 500 Mitarbeiter. Die britische Regierung hat in den vergangenen sechs Monaten zwei Bankenrettungspakete geschnürt. Sie hat die Banken Northern Rock und Bradford & Bingley verstaatlicht und einen Mehrheitsanteil an Lloyds und der Royal Bank of Scotland übernommen.

Käufer gesucht

Die Finanzaufsicht FSA sucht nach Medienberichten Käufer unter anderen Bausparkassen. Die Dunfermline Building Society wurde im Jahr 1869 gegründet und hat rund 500 Mitarbeiter in 34 Filialen. Das Institut war vor allem wegen Risikoanlagen in den USA in Schwierigkeiten geraten. Es wird erwartet, dass das schottische Institut für das vergangene Jahr einen Verlust von rund 26 Millionen Pfund (28 Millionen Euro) vorlegen wird. 2007 machte Dunfermline noch einen Gewinn von zwei Millionen Pfund.

Murphy betonte, die Bank sei einerseits wegen der globalen Finanzkrise, aber auch wegen "rücksichtsloser" Entscheidungen des vorherigen Managements ins Schlingern geraten. Offenbar sollen die "toxischen Anlagen" ausgegliedert und die profitablen Unternehmensteile verkauft werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa