Immobilienkonzern IVG hält Geld zusammen

Die tief in die Verlustzone geratene Immobilienfirma IVG hat sich einen radikalen Konzernumbau verordnet, um wieder auf Kurs zu kommen. Aus vier Geschäftsbereichen sollen zwei werden und die Immobilien-, Kavernen- und Vermögensverwaltung stärker in den Vordergrund rücken.

Düsseldorf - "Hier sind wiederkehrende Einnahmen gesichert", sagte der seit fünf Monaten amtierende Vorstandssprecher Gerhard Niesslein am Mittwoch in Düsseldorf. Die Entwicklung großer Projekte wie etwa des Frankfurter Flughafen-Center, das die IVG  mit Fraport  baut, will er dagegen aufgeben. Ziel sei es, Risiken zu minimieren und Kosten zu senken.

Für 2009 wagten Niesslein und der künftige Finanzchef Wolfgang Schäfers keine konkrete Prognose. Keiner wisse, wo die Wirtschaft Ende des Jahres stehe. "Es ist nicht so wichtig, ob wir am Ende 3,50 Euro mehr oder weniger haben", sagte Niesslein. "Wir müssen in diesem Jahr unsere Hausaufgaben machen, das hat Priorität."

Neben dem Konzernumbau und der Stabilisierung der operativen Erträge peilt der IVG-Chef Verkaufserlöse von rund 680 Millionen Euro an. Zudem soll die Gesamtverschuldung von 5,5 Milliarden Euro um 650 Millionen reduziert werden.

Eine Herausforderung hat Niesslein bereits gemeistert: Der Bonner Konzern einigte sich mit elf Banken auf eine vorzeitige Verlängerung seiner Kreditlinien im Volumen von 1,3 Milliarden Euro bis Ende 2012.

Die Finanzmarktkrise hatte die IVG 2008 mit voller Wucht getroffen. Wertberichtigungen auf den Bestand, die sich auf insgesamt knapp eine Milliarde Euro beliefen, bescherten dem Unternehmen einen Verlust von 452 Millionen Euro nach einem Rekordgewinn von 301 Millionen Euro im Jahr zuvor. Die Aktionäre werden deshalb dieses Mal leer ausgehen.

Wann sie wieder mit einer Dividende rechnen können, ließ Niesslein offen. Wichtiger sei, den Unternehmenswert und damit auch den Aktienkurs zu steigern. Die im Nebenwerte-Index MDax  gelisteten Titel notierten am Mittwoch zum Handelsschluss 5 Prozent fester bei 4,81 Euro - etwa drei Viertel unter dem Wert des Vorjahres.

manager-magazin.de mit Material von reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.