Staatshilfen US-Banken wollen Geld rasch zurückzahlen

Mehrere US-Banken drücken bei der Rückzahlung staatlicher Milliardenhilfen aufs Tempo. Die Bank of America zum Beispiel will mit der Rückzahlung bereits im April beginnen. Viele Institute fürchten, dass Mitarbeiter zur Konkurrenz abwandern, deren Bonuszahlungen nicht durch staatliche Auflagen begrenzt sind.

New York - Die zu den größten US-Instituten zählende Bank of America will einen ersten Teil der vom Staat erhaltenen 45 Milliarden Dollar bereits im April zurückzahlen. Das kündigte Konzernchef Ken Lewis am Mittwoch in der "Los Angeles Times" an. Einige weitere Banken hätten bereits offiziell Anträge auf die Rückgabe gestellt, hieß es in Medienberichten.

Sobald das Finanzministerium seine Überprüfung der Überlebensfähigkeit der Banken abgeschlossen habe, wolle sein Unternehmen die Rückerstattung einleiten, sagte der Chef der Bank of America, Ken Lewis, in dem Interview. "Sobald wir glauben, dass sich die Märkte stabilisieren, wollen wir wirklich mit der Rückzahlung beginnen", beteuerte Lewis.

Die Finanzhäuser wollen nicht nur die künftig steigenden Zinsen für das Kapital sparen, sondern auch den Staatseinfluss auf ihr Geschäft wieder zurückdrängen. In der Branche geht vor allem die Sorge um, dass eine Begrenzung der Managergehälter durch den Staat dazu führen könne, dass ein Teil ihres Personals zu Banken abwandert, deren Boni nicht durch den Staat begrenzt sind.

Banken müssen Stresstests abwarten

Vor einer möglichen Teilrückzahlung der Staatshilfen müssten allerdings die Ergebnisse der von der Regierung gestarteten sogenannten "Stresstests" für die Finanzhäuser abgewartet werden, sagten Bankenvertreter. Dabei überprüfen Experten die Belastbarkeit der Institute für den Fall einer weiteren Verschärfung der Krise.

Die US-Regierung hatte seit vergangenen Herbst über das TARP- Rettungsprogramm ("Troubled Asset Relief Program") Hunderten von Banken frisches Kapital verschafft. Den Anfang hatten führende Häuser wie die Bank of America, die Citigroup und Goldman Sachs gemacht.

Goldman Sachs: Frisches Geld durch Teilverkauf von ICBC

Goldman Sachs betonte bereits mehrfach, die damals erhaltenen zehn Milliarden Dollar angesichts der Reserven nicht mehr zu benötigen.

Weiteres Kapital könnte sich die Investmentbank aus einem Teilverkauf ihres knapp fünfprozentigen Anteils an der chinesischen Großbank ICBC verschaffen.

Zur Verfügung steht dafür allerdings zunächst maximal ein Fünftel dieses Anteils. Für den Rest verkündeten beide Häuser am Mittwoch, dass sie Goldmans Haltefrist bis Ende April 2010 verlängert hätten.

manager-magazin.de mit Material von afp und dpa

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