MTU Triebwerkshersteller gibt sich vorsichtig

Der Triebwerkshersteller MTU Aero Engines stellt sich nach dem Rekordjahr 2008 wegen der lahmenden Branchenkonjunktur auf schwierigere Zeiten ein. Gleichwohl hält sich das Unternehmen mit Blick auf die Zukunft für gut positioniert. Auch das erste Quartal 2009 soll gut verlaufen sein.

München - Die Rückgänge im Passagier- und Frachtverkehr belasteten auch das Triebswerksgeschäft, teilte das Münchner Unternehmen am Montag mit. Dadurch dürften etliche für dieses und nächstes Jahr geplante Bestellungen verschoben oder sogar storniert werden. Gleichwohl sei MTU Aero Engines  weiterhin gut positioniert. "Wir haben nicht nur unsere quantitativen Ziele mehr als erfüllt, sondern auch strategisch die Weichen für die Zukunft der MTU gestellt", zeigte sich Konzernchef Egon Behle zum 75-jährigen Firmenjubiläum zufrieden.

Seinen Worten zufolge ist MTU gut ins neue Jahr gestartet. Die Entwicklung habe im Januar und Februar im Plan gelegen, sagte Behle am Montag bei der Bilanzvorlage in München. Auch für das gesamte erste Quartal rechne er nicht mit einer Enttäuschung.

Im vergangenen Jahr steigerte der Konzern seinen Überschuss um 17 Prozent auf 179,7 Millionen Euro; mehr als Analysten erwartet hatten. 2009 rechnet der Vorstand allerdings wegen eines schleppenden Ersatzteil-Geschäfts und hoher Investitionen mit einem Rückgang auf 140 Millionen Euro. Denn MTU ist weniger vom Verkauf von neuen Triebwerken abhängig, sondern verdient vor allem danach an Ersatzteilen, Wartung und Reparatur.

Der Umsatz dürfte mit 2,8 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahresniveau von 2,72 Milliarden Euro liegen. 2008 hatte MTU seinen Umsatz noch um 6 Prozent gesteigert, nachdem sich das Unternehmen an so vielen Triebwerksprogrammen wie nie zuvor beteiligt hatte. Der Auftragsbestand lag Ende 2008 mit vier Milliarden Euro um 21 Prozent über dem Vorjahreswert.

Die Anleger reagierten positiv auf das Zahlenwerk und die Nachrichten von MTU . Die im MDax  notierte Aktie gewann in der Spitze rund 3,50 Prozent hinzu, musste gegen Mittag aber einen Teil ihrer Kursgewinne wieder abgeben.

MTU schnallt den Gürtel aber trotz des Gewinnanstiegs im vergangenen Jahr und voller Orderbücher enger. So sollen sich die Aktionäre wie im Vorjahr mit 93 Cent Dividende je Aktie bescheiden.

2009 dürfte die Wirtschaftskrise die Luftfahrtbranche fest im Griff haben. Nach Angaben des Branchenverbands IATA dürfte der Passagierverkehr um mehr als 3 und das Frachtaufkommen um mehr als 5 Prozent zurückgehen. Die Finanzierung von Flugzeugen wird nach Einschätzungen von MTU "deutlich schwieriger" werden. Die beiden MTU-Großkunden Airbus und Boeing haben 2008 mit 850 Flugzeugen bereits 5 Prozent weniger ausgeliefert als im Vorjahr.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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