Aktienverkäufe Allianz steigert Überschuss

Die Allianz hat in ihrem deutschen Versicherungsgeschäft 2008 rund ein Fünftel mehr verdient. Grund war vor allem der Verkauf von Aktien und Immobilien. Den Münchenern machen allerdings sinkende Einnahmen aus dem Schadens- und Unfallgeschäft zu schaffen.

München - Der Überschuss der Allianz kletterte nach Angaben vom Mittwoch um 19 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Die Beitragseinnahmen sanken um 0,4 Prozent auf 26 Milliarden Euro. Dabei gingen die Einnahmen im Schadens- und Unfallgeschäft mit 0,9 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro am stärksten zurück. Hier haben sich der harte Preiskampf bei den Kraftfahrtversicherungen und der Abbau von unprofitablen Geschäften ausgewirkt.

Versicherungen legen die regelmäßigen Beitragszahlungen ihrer Kunden vor allem an den Kapitalmärkten an. Die Finanzmarktkrise hat die Kapitalanlagen des Versicherers um 7,2 Prozent auf 170,8 Milliarden Euro geschmälert, doch brach der Dax im gleichen Zeitraum um 40 Prozent ein. Die Assekuranz hatte bereits Mitte 2007 gegengesteuert und seitdem Aktien im Wert von 15 Milliarden Euro verkauft.

Der Aktienanteil am gesamten Portfolio wurde halbiert und rangiert je nach Sparte noch bei 4 bis 10 Prozent. Der Löwenanteil des Geldes steckt in festverzinslichen Papieren. Doch sobald die Börsen wieder anziehen, werde die Allianz auch wieder verstärkt in Aktien investieren, vorrangig in der Euro-Zone, erläuterte Finanzchef Rainer Schwarz.

Die guten Geschäfte in Deutschland konnten das bereits vor drei Wochen vorgestellte Jahresergebnis der Konzernmutter Allianz SE aber nicht retten. Der Ausstieg bei der glücklosen Tochter Dresdner Bank schlug allein mit 6,8 Milliarden Euro zu Buche und führte zu einem Jahresverlust von 2,44 Milliarden Euro. Es war erst der zweite Verlust in der 119-jährigen Geschichte des Münchener Konzerns.

Nach dem Verlustgeschäft mit der Dresdner Bank will die Allianz sich auf ihre kleine norddeutsche Tochter Oldenburgische Landesbank und den Aufbau eines eigenen Instituts unter dem Namen Allianz Bank mit Filialen im ganzen Land konzentrieren.

Ursprünglich sollten eine Million Allianzkunden bis Ende des Monats zur neuen Bank wechseln, doch dürfte es nun bis zum Sommer dauern. Einen Finanzausblick für das laufende Jahr gibt die Allianz Deutschland mit Verweis auf die Marktunsicherheiten nicht.

manager-magazin.de mit Material von reuters