Gewinneinbruch Unicredit braucht Milliarden-Staatshilfe

Zuerst die gute Nachricht: Die Bank Unicredit hat auch im schwierigen Jahr 2008 einen Gewinn erwirtschaftet. Die schlechte: Der Überschuss lag 57 Prozent unter dem Vorjahreswert. Jetzt braucht das italienische Institut Hilfe vom Staat in Milliardenhöhe.

Mailand - Die Bank Unicredit  hat im vierten Quartal 2008 wegen der Finanzkrise einen Gewinneinbruch um 57 Prozent auf 505 (Vorjahr: 1170) Millionen Euro erlitten und will nun bis zu vier Milliarden Euro an Staatshilfen zur Stärkung ihrer Kapitalbasis erbitten.

Für das Gesamtjahr 2008 berichtete die italienische Großbank allerdings trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise noch einen Nettogewinn von 4,01 Milliarden Euro, was über der bisherigen Zielvorgabe des Instituts liegt. Die Bank mit Sitz in Mailand leidet derzeit unter der Krise in Osteuropa, wo sie über ihre Tochter Unicredit Bank Austria - stark vertreten ist. Einen Ausblick für das laufende Jahr 2009 wagte das Institut nicht.

Vor drei Wochen hatte die italienische Regierung die Emission sogenannter "Tremonti-Bonds" genehmigt. Dabei handelt es sich um Wandelanleihen ohne feste Laufzeit (Perpetual Bonds), die das Finanzministerium in Rom zur Stützung der Banken zeichnet und die diese bei einer Stabilisierung der Situation fällig stellen können.

Im Rahmen dieses Hilfsprogramms für italienische Banken kauft der italienische Staat für bis zu zwölf Milliarden Euro Anleihen, um den Kapitalstock der Institute im Land aufzubessern.

Zur Stärkung der Kapitalbasis sei CEO Alessandro Profumo vom Aufsichtsrat dazu ermächtigt worden, mit der italienischen Regierung an einer Teilnahme dieses Programms im Volumen von bis zu vier Milliarden Euro zu verhandeln, hieß es von Unicredit.

Unicredit ist die zweitgrößte Bank Italiens und kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 14 Milliarden Euro. Seit Jahresbeginn hat die Aktie über 40 Prozent an Wert verloren, hauptsächlich wegen der Sorgen der Investoren über die Geschäftsentwicklung in Osteuropa.

Per Ende Dezember lag die Kernkapitalquote ("Tier-1-Ratio") von Unicredit bei 6,5 Prozent. Die Bank hatte sich bereits ohne Staatshilfe 6,6 Milliarden Euro frisches Kapital beschafft. Als erste italienische Bank hat die Banco Popolare vor einigen Tagen Staatshilfe in Anspruch genommen. Das sechstgrößte Kreditinstitut Italiens hat bei der Zentralbank und beim Wirtschaftsministerium in Rom beantragt, Anleihen über 1,45 Milliarden Euro ausgeben zu dürfen.

manager-magazin.de mit Material von dow jones