Geschäftsbericht Krise zwingt Linde zur Kurskorrektur

Der Münchener Industriegasespezialist Linde hat sich wegen des Konjunktureinbruchs von seinen mittelfristigen Ergebniszielen verabschiedet. Ein bereits angekündigtes Sparprogramm soll beschleunigt umgesetzt werden. Eine präzise Geschäftsprognose für das laufende Jahr legte Linde nicht vor.

München - "Auch unser Unternehmen spürt die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise", teilte der Vorstand am Montag in seinem Geschäftsbericht 2008 mit. Das für 2010 geplante Konzernergebnis von mindestens drei Milliarden Euro bei einer Kapitalrendite (ROCE) von 13 Prozent könne nun erst später erreicht werden.

Im November hatte Konzernchef Wolfgang Reitzle diese Ziele als sehr ambitioniert bezeichnet und für den Konzern ein neues Sparprogramm aufgelegt. Dieses Maßnahmenbündel, mit dem in vier Jahren beginnend mit diesem Jahr 650 bis 800 Millionen Euro gespart werden sollen, will der Konzern nun beschleunigt umsetzen. Eine präzise Geschäftsprognose für das laufende Jahr legte Linde  mit Verweis auf die unsichere weltwirtschaftliche Lage nicht vor.

Umsatz und Ergebnis könnten 2009 leicht über oder auf dem Niveau von 2008 liegen. "Wir müssen aber auch einen Rückgang einkalkulieren", sagte Reitzle. Erst in der zweiten Jahreshälfte werde sich der Umsatz- und Ergebnistrend abhängig von der Nachfrage verfestigen.

Eckdaten für das Gesamtjahr 2008 hatten die Münchener bereits Anfang März vorgelegt. Danach stieg das um Sondereffekte bereinigte operative Konzernergebnis (Ebitda) um 10,3 Prozent auf 2,555 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um 2,9 Prozent auf 12,663 Milliarden Euro. Unter dem Strich erzielte Linde ein Ergebnis nach Minderheiten von 717 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afxp