Donnerstag, 14. November 2019

Swiss Life Talanx hat Interesse an MLP-Paket

Der Schweizer Versicherer Swiss Life spricht mit der deutschen Versicherungsgruppe Talanx über seine Beteiligung am deutschen Finanzvertrieb MLP. Talanx könnte einen Teil der MLP-Aktien von Swiss Life kaufen und sich an dem Schweizer Konzern mit rund 10 Prozent beteiligen.

Verkaufsgespräche mit Talanx Die MLP-Beteiligung hat sich für Swiss Life nicht als Glücksgriff erwiesen
Zürich - Die drittgrößte deutsche Versicherungsgruppe Talanx erwägt einen Einstieg beim Finanzvertrieb MLP und dem Versicherer Swiss Life Börsen-Chart zeigen. "Die Gespräche sind in einem frühen Stadium, Entscheidungen sind noch nicht gefallen", sagte einen Talanx-Sprecher am Freitag. Swiss Life will seine Beteiligung an MLP Börsen-Chart zeigen wie vom MLP-Vorstand gewünscht auf weniger als 10 von bisher 24 Prozent reduzieren, nachdem sie sich in mehrfacher Hinsicht als Klotz am Bein entpuppt hat, wie eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte.

Ein Sprecher sagte dazu: "Swiss Life bestätigt, dass sie in diesem Zusammenhang auch Gespräche mit der Talanx-Gruppe führt." Die "Financial Times Deutschland" berichtete (Freitagausgabe), dass Talanx einen Teil der MLP-Aktien von Swiss Life kaufen und sich mit rund 10 Prozent an dem größten Schweizer Lebensversicherer beteiligen werde.

Anleger reagierten begeistert. Die Aktien der Swiss Life legten zunächst um 15 Prozent zu, die von MLP um 11 Prozent. Die Papiere der vor dem Aufstieg in den Dax stehenden Talanx-Tochter Hannover Rück Börsen-Chart zeigen gaben hingegen um ein Prozent nach. "Der Anstieg spiegelt die Erleichterung wieder, dass Swiss Life eingesehen hat, dass die MLP-Beteiligung keine glückliche war", sagte ein Händler. "Es sieht so aus, als ob jetzt Bewegung in das Ganze kommt."

Sinkende Gewinne und eine Abschreibung auf den Anteil hatten den Kurs der Swiss-Life-Aktie belastet. Reuters hatte Ende Februar erfahren, dass Swiss Life sich bei dem deutschen Finanzmakler wie vom MLP-Vorstand gefordert auf eine Beteiligung von weniger als 10 Prozent zurückziehen will. Das Aktienpaket hatten die Schweizer vergangenen August von AWD-Chef Carsten Maschmeyer erworben, nachdem sie dessen Finanzvertrieb geschluckt hatten. Maschmeyer hatte die Aktien im Verborgenen zusammengekauft, um seinem Traum von einer Fusion mit MLP näher zu kommen.

MLP wehrte sich jedoch vehement gegen den Großaktionär. Das Unternehmen aus Wiesloch bei Heidelberg hatte den Verkauf von Swiss-Life-Produkten eingestellt, nachdem die Schweizer ihren Einstieg öffentlich gemacht hatten. Dabei hatte Swiss Life große Hoffnungen in eine engere Zusammenarbeit mit dem auf Akademiker spezialisierten Finanz- und Versicherungsmakler gesetzt. Für eine Wiederaufnahme der Geschäftsbeziehung hatte MLP einen Abbau der Beteiligung gefordert - zunächst auf weniger als 20, auf Dauer auf unter 10 Prozent.

"MLP ist nicht vorstellbar unter dem Dach eines Versicherers", hatte Vorstandschef Uwe Schroeder-Wildberg erklärt. Er fürchtet um den Ruf von MLP als unabhängiger Makler. Zur Abwehr von Swiss Life hatte MLP die Versicherer Allianz (6,27 Prozent) und Axa (4,72) ins Boot geholt und Swiss Life angeboten, bei der Suche nach Käufern zu helfen. In Finanzkreisen hieß es, Swiss Life habe in den vergangenen Wochen mehreren deutschen Versicherern MLP-Aktienpakete angeboten.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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