Roche Genentech-Kauf perfekt, Aktie sinkt

Roche zahlt für die vollständige Übernahme seiner US-Biotechnologietochter Genentech 46,8 Milliarden Dollar. Zuletzt hatte der Basler Pharmariese sein Angebot auf 95 Dollar pro Genentech-Anteilsschein erhöht. Die Roche-Aktie verlor knapp 3 Prozent.

Zürich - Die Aktien von Roche  haben am Donnerstag ihre frühen Gewinne komplett abgegeben und zuletzt bei 141,80 Schweizer Franken um 2,82 Prozent schwächer notiert. Zeitgleich gab der Schweizer Leitindex Swiss-Market-Index (SMI) 1,02 Prozent auf 4.530,46 Zähler nach.

Der Pharmakonzern konnte mit der US-Tochter Genentech  eine Einigung über deren Komplettübernahme erzielen. Der neue, höhere Preis liegt bei 95 Dollar je Aktie in bar oder insgesamt rund 46,8 Milliarden Dollar. Die freundliche Einigung komme nicht überraschend, sagten Händler. Als leicht negativ für das Sentiment wurde dagegen die Meldung von Genentech gewertet, dass das Medikament "Rituxan" den Endpunkt bei der Lupus-Nephritis-Indikation verfehlt habe.

Nach vielen Monaten sei es schließlich zu einer für beide Seiten akzeptablen Einigung gekommen, kommentierten die Analysten von Vontobel die Einigung. Der Preis von 95 Dollar entspreche ihrer vorherigen Annahme von 95 bis 100 Dollar. Da Roche bereits eine Mehrheitsbeteiligung an Genentech halte, seien keine Verzögerungen wegen kartellrechtlicher Fragen zu erwarten. Der wichtigste Schritt für Roche sei nun die Absicherung ihres Investments. Außerdem gelte es sicherzustellen, dass die wichtigsten Wissenschaftler an Bord blieben, so die Experten.

Auch die Analysten der Privatbank Wegelin zeigten sich über die letztendlich erfolgte Einigung erfreut: "Schlussstrich unter den Akquisitionskrimi um den amerikanischen Biotech-Konzern", fasste die Bank zusammen. Damit sei wohl eine der großen Unsicherheiten bei den Baslern vom Tisch. Ob die gewünschten positiven Effekte wie geplant eintreten werden, müsse die Zukunft weisen, fügten die Experten der Privatbank hinzu. Baustellen werde es wohl genügend geben. Nach den verteilten Vorschusslorbeeren werde Roche beweisen müssen, dass sich die teure Übernahme auch gelohnt habe.

Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis  hat sich dagegen die Mehrheit am tschechischen Generika-Hersteller Zentiva gesichert. Sanofi-Aventis halte nun 96,8 Prozent an Zentiva, teilte der Pharmakonzern am Donnerstag mit. Damit sei eine Zwangsabfindung der restlichen Aktionäre möglich - der sogenannte Squeeze-Out. Im Februar hatte der Zentiva-Großaktionär PPF bereits das Übernahmeangebot der Franzosen von 1.150 tschechischen Kronen (39 Euro) akzeptiert.

Der im EuroStoxx 50  notierte Pharmakonzern will vor allem das Geschäft in den Schwellenländern und mit Nachahmermedikamenten (Generika) weiter ausbauen. Dafür strebe Sanofi-Aventis auch weitere kleinere bis mittleren Zukäufe an, hatte der seit Dezember amtierende Konzernchef Chris Viehbacher jüngst in Paris gesagt.

Unter kleineren Zukäufen seien Zukäufe mit einer Marktkapitalisierung von 5 Milliarden Euro zu verstehen. Mittlere könnten in einer Spanne von 5 bis 15 Milliarden und größere über 15 Milliarden Euro liegen. Sanofi-Aventis wird neben Teva Pharmaceuticals auch ein Interesse an dem zum Verkauf stehenden Generikahersteller Ratiopharm nachgesagt.

manager-magazin.de mit Material von dpa, ap und reuters

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