UBS Noch tiefer rot

Die UBS hat im vergangenen Jahr noch größere Verluste angehäuft als zunächst angegeben. Die Schweizer Großbank korrigierte ihr Minus am Mittwoch im Geschäftsbericht um 800 Millionen Euro nach oben. Die Aktie geht auf Talfahrt.

Zürich - Die UBS  korrigierte ihr Minus in dem am Mittwoch vorgelegten Geschäftsbericht von fast 19,7 auf 20,9 Milliarden Franken (14,2 Milliarden Euro). Hauptgrund für die Differenz sei der inzwischen geschlossene Steuerhandel mit den US-Behörden, demnach zahlt die UBS eine Strafe von 780 Millionen Dollar.

Die Bank hatte sich außerdem bereiterklärt, den US-Steuerbehörden etwa 300 Kundendaten preiszugeben, was als Anschlag auf das Bankgeheimnis bewertet wurde.

Auch wurden von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) derzeit unverkäufliche Wertpapiere neu bewertet, die die UBS noch nicht in eine SNB-Zweckgesellschaft übertragen hat. Diese beiden Belastungen seien nun bis auf rund 100 Millionen Franken vollständig dem Abschluss 2008 angelastet worden.

Die Aussichten bleiben unterdessen düster. Die UBS sieht sich "nach wie vor mit illiquiden und volatilen Märkten konfrontiert". Die Erträge würden wahrscheinlich noch einige Zeit starken Schwankungen unterliegen, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten vollständigen Jahresbericht der Bank.

"Unser kurzfristiger Ausblick bleibt daher von größter Vorsicht geprägt", hieß es in dem mit Datum 11. März dem Geschäftsbericht vorangestellten Aktionärsbrief, der vom neuen Konzernchef Oswald Grübel und dem scheidenden Verwaltungsratspräsidenten Peter Kurer unterzeichnet war.

Wealth Management Americas verzeichne weiterhin einen positiven Nettoneugeldzufluss, dem jedoch teilweise Nettoabflüsse in der Einheit Wealth Management & Swiss Bank gegenüberstünden. Auch das Global Asset Management habe Nettoabflüsse hinnehmen müssen. Die Rahmenbedingungen an den Finanzmärkten seien nach wie vor schwierig. Die Aktie der Großbank gab nach Veröffentlichung des Geschäftsberichts um mehr als 3 Prozent nach.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx