Deutsche Bahn 2003 an die Börse

Wenn alles so funktioniert, wie es Chef Mehdorn gern hätte, dann ist die Bahn im Jahr 2003 als "führendes Service- und Logistik-Unternehmen in Europa" schlank, gewinnträchtig und reif für die Börse.

Berlin - Der Chef der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, will das Unternehmen zwischen den Jahren 2003 und 2005 an die Börse bringen. Eine genaueren Zeitpunkt könne er nicht nennen. "Es kommt darauf an, wie gut wir sind", sagte Mehdorn am Dienstagabend in Brüssel. Zunächst müsse die Bahn Kapitalmarkt-fähig werden. Letztlich sei sein Ziel, die Deutsche Bahn zum "führenden Service- und Logistikunternehmen in Europa" zu machen.

Auf dem Weg dahin müsse die Anzahl der Bahn-Beschäftigten deutlich verringert werden, dies jedoch möglichst sozialverträglich über natürliche Fluktuation. Jährlich solle die Zahl der Arbeiter und Angestellten von derzeit insgesamt etwa 250 000 um fünf Prozent abnehmen. Dabei dürfe es keine Qualitätsverluste geben.

Nach früheren Angaben soll der Ertrag im Bahnkonzern über Kosteneinsparungen und Umsatzerhöhungen bis 2003 um mehr als fünf Milliarden Mark verbessert werden. Dies ist notwendig, weil die staatseigene Deutsche Bahn AG (Berlin) nur noch bis zum Ende des Jahres 2002 Bundeszuschüsse bekommt. Für das Jahr 2000 wird ein Konzerngewinn in Höhe von einer Milliarde Mark angestrebt.

Mehdorn kündigte in Brüssel außerdem für die zweite Jahreshälfte eine Mittelstandsinitiative an. Bestimmte Bahnstrecken sollen danach an private Unternehmen vermietet werden. "Wir helfen anderen aufs Gleis", sagte Mehdorn. Er wiederholte Pläne, schlecht ausgelastete Zugverbindungen durch Busse zu ersetzen.