Börsenschluss Dax und Nasdaq mit neuen Tiefständen

Der Dow hat in dieser Woche 6 Prozent seines bisherigen Wertes verloren, die Technologiebörse Nasdaq hat heute sogar Kurs auf die Tiefstände des Jahres 2003 genommen, Prompt machte heute auch der Dax kehrt und schloss auf dem tiefsten Stand seit August 2004. Finanztitel wie die Deutsche Bank und die Postbank notierten erneut sehr schwach.

Frankfurt am Main - Der Dax  fiel bis Handelsschluss auf Xetra um 0,8 Prozent in die Verlustzone zurück und schloss bei 3666 Zählern. Im Handelsverlauf hatte er zeitweise noch knapp 2 Prozent im Plus notiert. Auf Wochensicht hat der Index 4,6 Prozent an Wert verloren. Der MDax  der mittelgroßen Werte gab am Freitag um 2,28 Prozent auf 4210,92 Punkte nach. Der Technologieindex TecDax  fiel um 3,31 Prozent auf 405,14 Punkte.

Grund für die erneuten Verluste: Der Dow-Jones-Industrial-Index  ging in New York nach einer Berg- und Talfahrt zwar mit plus 0,49 Prozent auf 6626,94 Zähler aus dem Handel. Zeitweise war der US-Leitindex aber sogar unter die 6500-Punkte-Marke gesackt. Im Wochenvergleich büßte der bekannteste Aktienindex rund 6 Prozent ein. An der Technologiebörse Nasdaq  verlor dagegen der Composite-Index  0,44 Prozent auf 1293,85 Zähler, rutschte damit unter die Tiefstände von November 2007 und nahm Kurs auf die Notierungen von 2003.

USA: Arbeitslosigkeit auf 25-Jahres-Hoch

In den USA waren im Februar außerhalb der Landwirtschaft 651.000 Stellen abgebaut worden. Mit 8,1 Prozent kletterte die Arbeitslosenquote auf den höchsten Stand seit 25 Jahren.

"Perspektivisch dürfte sich der anhaltende Beschäftigungsabbau in einer deutlich schwächeren Lohnentwicklung niederschlagen, was die Aussichten für den privaten Konsum eintrübt", gab Postbank-Volkswirtin Fabienne Riefer zu bedenken.

General Motors bleibt im Blickpunkt

Auch die US-Banken standen nach ihren massiven Vortagesverlusten weiter im Fokus. Wells Fargo kappte die Dividende um 85 Prozent.

Auch von General Motors  werden die Investoren ihren Blick vorerst nicht abwenden. Der Kurs des Autobauers brach am Vortag um knapp 16 Prozent ein. Der nur noch dank Staatshilfen überlebende US-Autobauer hatte vor der eigenen Insolvenz gewarnt.

Gewinne bei BMW

Gewinne bei Daimler und BMW

Zu den Gewinnern im Dax  gehörten die Aktien der beiden Autohersteller Daimler und BMW. "Es gibt für die Autowerte fundamental kaum neue Erkenntnisse, das ist ein technisch getriebener Markt", sagte ein Händler.

Beide Aktien hatten zuletzt stark verloren, Daimler-Papiere waren am Donnerstag um sieben Prozent abgerutscht. Die Aktien von BMW  beendeten den handel mit einem Plus von 2,7 Prozent.

Eon bekommt mehr Gewicht

Gefragt waren auch die Aktien des Energiekonzerns Eon. LBBW-Analystin Anke Platzek vermutet, dass die Aktien des Energieriesen von der Neugewichtung zum Dax-Verkettungstermin am 23. März profitieren dürften. Die Gewichtung des Energieriesen steige auf zehn von bisher 9,27 Prozent, stellte Platzek fest. RWE-Papiere verteuerten sich um 2,2 Prozent.

Auf der Verliererseite standen dagegen Aktien von Banken und Versicherungen. Die Papiere von Postbank  und Deutscher Bank gaben ebenso wie die Titel der Allianz deutlich nach.

Nebenwerte: Conti im MDax gefragt

Conti gefragt

Anders als beim Dax ging es in der zweiten Börsenreihe abwärts. Während der Nebenwerte-Index MDax - gestützt von einem fast sechsprozentigen Kursplus bei Continental  - 0,6 Prozent fiel, gab der Technologie-Index TecDax 1,5 Prozent nach. Im Handelsverlauf hatten beide Börsenbarometer Mehrjahrestiefs markiert.

Chefwechsel stützt Evotec

Der MDax rutschte um bis zu zwei Prozent auf 4225 Punkte und notierte damit so niedrig wie seit November 2003 nicht mehr. Der TecDax  fiel um bis zu drei Prozent auf 406,74 Punkte. Das ist das niedrigste Niveau seit Juni 2003.

Außerhalb der großen Indizes schossen nach der Ernennung eines neuen Konzernchefs die Aktien des Hamburger Biotechunternehmens Evotec  um 13 Prozent auf 69 Cent in die Höhe. Werner Lanthaler, bislang Finanzchef des österreichischen Biotechunternehmens Intercell, gelte als Experte im Biotechbereich. kommentierte Oppenheim-Research-Analyst Christian Peter.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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