IKB Verluste höher als erwartet

Die Mittelstandsbank IKB muss im Geschäftsjahr 2008/09 offenbar höhere Verlusten als bislang erwartet hinnehmen. Das Institut rechnet nun mit einem Fehlbetrag von rund 600 Millionen Euro.

Düsseldorf - Der Verlust der krisengeschüttelten Mittelstandsbank IKB  wird wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise im laufenden Geschäftsjahr 2008/09 höher ausfallen als bisher erwartet, erklärt das Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung. Das Düsseldorfer Institut rechnet für das Ende des Monats auslaufende Geschäftsjahr nun mit einem Fehlbetrag nach deutschen Bilanzierungsregeln von rund 600 Millionen Euro.

Im November hatte die Bank noch ein Minus von 400 Millionen Euro vorhergesagt. Gründe für die Einschätzung seien die geplante Reduzierung von Risiken in der Bilanz durch einen Abbau von Kreditportfolios und erhöhte Abschreibungen auf Kredite angesichts der Rezession sowie die Kosten der Sanierung der Bank. Nach dem internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS drohen weitere Verluste durch die Bewertung von Papieren nach Marktpreisen.

Allein im dritten Quartal (Ende Dezember) mussten deshalb 231 Millionen Euro abgeschrieben werden. Der Verlust lag im dritten Quartal bei 245 Millionen Euro. Wie das Ergebnis nach IFRS im Gesamtjahr ausfallen werde, lasse sich nicht abschätzen. In den ersten sechs Monaten hatte die Bank einen Gewinn von 250 Millionen Euro erwirtschaftet. Trotz der erwarteten Verluste werde die Kernkapitalquote der IKB zum Jahresende bei mehr als acht Prozent liegen, hieß es in der Mitteilung. Die Bank hatte ihr Eigenkapital im Herbst mit einer Kapitalerhöhung ihres Eigentümers, des Finanzinvestors Lone Star, aufgebessert.

Vor Weihnachten erst hatte die IKB vom Staat bis zu fünf Milliarden Euro an Garantien für neue Anleihen erhalten. Die IKB versucht, sich mit einer Reduzierung der Bilanzsumme gesundzuschrumpfen. Sie hatte sich in großem Stil mit US-Ramschhypotheken verspekuliert und musste mehrmals mit Hilfe des Bundes vor dem Kollaps bewahrt werden.

manager-magazin.de mit Material von reuters