HRE Verhandlungen mit Flowers festgefahren

Offenbar kommen Bund und Großinvestor J.C. Flowers bei ihren Verhandlungen über den HRE-Anteil des Amerikaners nicht so recht voran. Immerhin, die Kommunikation funktioniert noch. "Wir wünschen uns nach wie vor eine konstruktive Lösung, die den Interessen aller beteiligter Parteien Rechnung trägt", sagt Flowers.

Berlin - Die Verhandlungen zwischen dem Bund und dem US-Finanzinvestor J.C. Flowers über die Zukunft der angeschlagenen Immobilienbank Hypo Real Estate  stecken in der Sackgasse. Für weitere Gespräche mit Flowers über eine gütliche Einigung, die dem Bund die weitgehende Kontrolle über die HRE geben würde, gebe es derzeit keine Grundlage, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Flowers selbst gibt sich offen. "Wir wünschen uns nach wie vor eine konstruktive Lösung, die den Interessen aller beteiligter Parteien Rechnung trägt", sagte er dem "Handelsblatt". Und auch der Staat scheint nicht ernsthaft zu mauern, ein Scheitern der Verhandlungen droht offenbar nicht. "Dieser Weg ist noch nicht zu", erfuhr Reuters von einer mit dem Sachverhalt vertrauten Person. Wahrscheinlich werde es bald das Signal an Flowers geben, dass der Bund weiterhin verhandlungsbereit sei. Der Bund strebt bei den Gesprächen über die HRE eine Mehrheit von gut 90 Prozent an, um das Institut möglichst problemlos umbauen zu können.

Der Chef der Beteiligungsfirma, Christopher Flowers, dagegen will dem Bund zwar eine Mehrheit von gut 75 Prozent ermöglichen, aber weiterhin als Anteilseigner vertreten bleiben. Dem Bund genügt das aber nicht. "Die Vorstellungen von Herrn Flowers würden dazu führen, dass der Bund keine vollständige Kontrolle über die HRE erhält", sagte der Sprecher des Finanzministeriums. "Damit verfehlen sie das Ziel, dem Bund eine rechtssichere Restrukturierung der HRE zu wirtschaftlich zumutbaren Bedingungen zu erlauben", ergänzte er.

Nach Angaben einer Person aus dem Regierungslager dürfte die Aussetzung der Verhandlungen nicht von langer Dauer sein. Die Verhandlungen seien nicht akut gefährdet. Offenbar geht es weiterhin um die Bedingungen, zu denen Flowers seine HRE-Aktien an den Bund abgeben will. Der Bund ist naturgemäß daran interessiert, dafür so wenig wie möglich zu zahlen. Zudem nimmt der Bundestag in dieser Woche die Beratungen über ein Gesetzesvorhaben auf, dass dem Bund als letzte Option eine Verstaatlichung der HRE und eine Enteignung der Aktionäre ermöglicht.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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