Finanzkrise Depfa zahlt keine Zinsen

Die Depfa Bank hat Zinszahlungen für eine Anleihe über 500 Millionen Euro ausgesetzt. Die Entscheidung hat der Verwaltungsrat des Staatsfinanzierers getroffen, der zur Hypo Real Estate gehört. An der Börse verloren die Aktien der Konzernmutter daraufhin erneut an Wert. Eine Entscheidung zu ähnlichen Papieren der Depfa stehe noch aus.

Frankfurt am Main - Der Staatsfinanzierer Depfa Bank  kommt seinen Zahlungsverpflichtungen nicht pünktlich nach. Das Unternehmen, das der Hypo Real Estate  (HRE) gehört, will die Zinsen für eine nachrangige Anleihe über 500 Millionen Euro nicht überweisen, obwohl sie fällig wären. An der der Börse wurde die Nachricht mit Sorge aufgenommen.

Der Aktienkurs der der HRE brach zeitweise um mehr als 8 Prozent auf nur 89 Cent ein. Für so wenige Cent waren die Titel des Münchener Geldhauses noch nie zuvor zu haben. "Das ganze Ausmaß dieser Nachricht lässt sich noch nicht erfassen", sagte ein Händler. "Es könnte das Vertrauen in das gesamte Marktsegment erschüttern."

Die Kupons von nachrangigen Anleihen werden häufig nicht mehr bedient, wenn das Unternehmen rote Zahlen schreibt. Die HRE wies im dritten Quartal 2008 einen Verlust von drei Milliarden Euro aus.

Nachrangige Anleihen werden im Falle einer Insolvenz einer Bank erst bedient, wenn alle anderen Gläubiger ihr Geld bekommen haben. Anleger bekommen daher in der Regel einen höheren Risikoaufschlag für solche Papiere. Auch die Commerzbank-Tochter Dresdner Bank setzt die Zinszahlung für ein paar solcher Anleihen wegen eines Verlust von über sechs Milliarden Euro im Jahr 2008 aus.

Auslöser der Schieflage der HRE waren Finanzierungsengpässe bei der Depfa Bank in Dublin. Sie hatte langfristig Geld für Infrastruktur- und Bauprojekte verliehen und dies mit kurzfristig aufgenommenen Krediten gegenfinanziert. Mit der Finanzkrise und vor allem der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers  versiegte der Markt für günstige kurzfristige Kredite. Das Münchener Institut musste daraufhin von Staat und anderen Banken gerettet werden.

Mittlerweile belaufen sich die Hilfen für die HRE auf mehr als 100 Milliarden Euro. Da die Bank noch mehr Geld benötigen dürfte, will der Bund sie verstaatlichen - notfalls auch gegen den Willen der Aktionäre. Größter Anteilseigner ist der US-Investor J.C. Flowers. Er hält zusammen mit einer Beteiligungsgesellschaft ein Paket von 24 Prozent an der Bank.

manager-magazin.de mit Material von reuters