Bayer Operativ erfolgreich wie nie zuvor

Bayer hat im vergangenen Jahr operativ besser als jemals zuvor in der Firmengeschichte abgeschnitten. Der Umsatz stieg auf etwa 33 Milliarden Euro, das Vorsteuerergebnis auf 2,3 Milliarden Euro. Deutlich schlechter wird es nach Meinung des Managements aber in diesem Jahr. Der Bayer-Aktienkurs sinkt vorbörslich entsprechend.

Leverkusen - Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer  hat 2008 in seinem laufenden Geschäft Zuwächse erzielt. Der Umsatz stieg um 1,6 Prozent auf knapp 33 Milliarden Euro, teilte die Bayer AG am Dienstag in Leverkusen mit. Das Vorsteuerergebnis nahm um 5,5 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich verdiente Bayer aber erwartungsgemäß deutlich weniger.

Im Vorjahr hatten der Verkauf von Geschäftsfeldern und Steuereffekte den Gewinn kräftig in die Höhe getrieben. Der Konzerngewinn sank um mehr als 60 Prozent auf gut 1,7 Milliarden Euro. "2008 war operativ das erfolgreichste Jahr in der langen Geschichte von Bayer", sagte Konzernchef Werner Wenning.

Deutliche Einbußen musste das Leverkusener Unternehmen allerdings im Schlussquartal des Vorjahres hinnehmen. Der Pharma- und Chemiekonzern hat im vierten Quartal 2008 operativ weniger verdient. Speziell das Geschäft mit Kunststoffen lief schlecht. Nicht zuletzt deshalb hat das Unternehmen seinen Ausblick für das laufende Jahr gesenkt.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei zwar vor Sondereinflüssen um 4,6 Prozent auf 1,357 Milliarden Euro gesunken, teilte der Konzern am Dienstag in Leverkusen mit; damit hatten die meisten Experten auch ungefähr gerechnet. Der Konzerngewinn erhöhte sich allerdings von 67 Millionen Euro vor Jahresfrist auf nunmehr 106 Millionen Euro.

Das Geschäftsjahr 2009 werde indes schwierig, erklärte Bayer-Chef Werner Wenning. Für das Kunststoffgeschäft Material-Science seien gravierende Rückgänge bei Umsatz und operativem Gewinn zu erwarten. Für den Gesamtkonzern solle 2009 der Rückgang des Ebitda vor Sondereinflüssen auf etwa 5 Prozent begrenzt werden. Beim Umsatz werden rund 32 Milliarden Euro erwartet nach 32,92 Milliarden Euro 2008. Bislang hatte Bayer für dieses Jahr Zuwächse beim operativen Gewinn in Aussicht gestellt.

Vor allem der schwächere Ausblick hat dann auch den Kurs der Bayer-Aktie gedrückt: Bayer-Titel haben am Dienstag vorbörslich zu den größten Verlierern im führenden deutschen Auswahlindex Dax gezählt. Die Papiere lagen beim Brokerhaus Lang & Schwarz 0,9 Prozent im Minus, während der Dax 0,5 Prozent erwartet wurde.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters