Finanzministerium Deutsche Fonds von Madoff geschädigt

Auch deutsche Anleger haben beim mutmaßlichen US-Anlagebetrüger Bernard Madoff vermutlich Geld in größerem Ausmaß verloren. Deutsche Investmentfonds seien aber "nicht unmittelbar" in den Madoff-Fall verwickelt, heißt es.

Berlin - Nach aktuellem Stand seien 69 Investmentvermögen, darunter 35 Spezialfonds, indirekt durch eine Investition in Madoff-Fonds betroffen, geht aus der Antwort des Bundesfinanzministerium auf eine kleine parlamentarische Anfrage des FDP-Abgeordneten Frank Schäffler hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlag.

"Insgesamt sind nach den bisherigen Erkenntnissen rund 153 Millionen Euro über deutsche Investmentfonds in möglicherweise direkt betroffenen Madoff-Fonds investiert", hieß es weiter in der Antwort des Ministeriums.

Wie viele deutsche Anleger konkret in Mitleidenschaft gezogen worden seien, könne nicht gesagt werden. Dazu gebe es bei der Aufsichtsbehörde BaFin keine Informationen. Auswirkungen des Madoff-Falles auf Verträge der privaten oder betrieblichen Altersvorsorge seien bislang nicht festgestellt worden. Auch direkte Millionen-Engagements deutscher Banken bei L. Madoff Investment Securities seien nicht festgestellt worden.

Schäffler warf der Bundesregierung im Falle Madoff "Nichtstun" vor. Sie sollte nicht nur verbal für den Anlegerschutz eintreten, sondern auch die konkreten Fälle lösen, erklärte der FDP-Politiker.

Der Investmentbanker Madoff soll mit einem Schneeballsystem Anleger weltweit um bis zu 50 Milliarden Dollar betrogen haben.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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