Donnerstag, 19. September 2019

Geschäftszahlen Swiss Life beruhigt Anleger

Der Schweizer Lebensversicherer Swiss Life hat überraschend Eckdaten für das Jahr 2008 veröffentlicht und damit die Sorgen vor einer drohenden Kapitalerhöhung gedämpft. Der Unternehmensgewinn brach ein, die solide Kapitalbasis trieb den Aktienkurs aber nach oben.

Frankfurt am Main - Swiss Life Börsen-Chart zeigen hat 2008 trotz Milliardenerlösen aus dem Verkauf von Unternehmensteilen einen herben Gewinnrückgang erlitten. Der Gewinn sank durch Abschreibungen und realisierten Verlusten auf Kapitalanlagen infolge der Finanzkrise auf 340 Millionen Franken (228 Millionen Euro) ab von 1,37 Milliarden Franken im Jahr davor.

Leidet unter der MLP-Beteiligung: Swiss-Life-Chef Pfister
Swiss Life will nach Angaben vom Freitag fünf Franken je Aktie in Form einer Nennwertrückzahlung an die Aktionäre ausschütten. Im Vorjahr hatten die Anteilseigner noch 17 Franken erhalten.

Das Eigenkapital des größten Schweizer Lebensversicherers sank um 8,8 Prozent auf 6,6 Milliarden Franken. "Unsere Eigenkapitalausstattung ist solide", sagte Konzernchef Bruno Pfister am Freitag. Die Solvabilitätsquote auf IFRS-Basis betrug zum Jahresende rund 160 Prozent.

"Die Stärke des Kapitals überrascht. Das ist der Trigger, warum die Aktie höher ist", sagte Rene Locher, Analyst bei Sal. Oppenheim. Mit den Nachrichten sei eine Kapitalerhöhung definitiv vom Tisch. Die Unsicherheit über einen möglichen weiteren Abschreibungs- und Kapitalbedarf gilt als ein Grund für den Absturz der Papiere von Swiss Life, die seit Jahresbeginn 40 Prozent des Börsenwertes verloren hat, nachdem der Kurs bereits 2008 um drei Viertel nachgegeben hatte. Am Freitag schnellte der Kurs 10,6 Prozent auf 49,96 Franken hoch.

Auf seine MLP-Beteiligung nahm Swiss Life eine Wertberichtigung von rund 100 Millionen Euro vor. Swiss Life hatte die rund 24-prozentige Beteiligung am deutschen Finanzmakler MLP im August für 470 Millionen Franken von AWD-Chef Carsten Maschmeyer erworben, nachdem die Schweizer dessen Finanzvertrieb geschluckt hatten. MLP wehrt sich jedoch gegen seinen unerwünschten Großaktionär. Die MLP-Beteiligung hat sich für Swiss Life zunehmend als Klotz am Bein und als kursbelastend erwiesen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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