DSW-Rangliste Die 50 größten Kapitalvernichter

Drei von vier Unternehmen haben im vergangenen Jahr Werte vernichtet. Das ist angesichts der Wirtschaftskrise nicht weiter verwunderlich. Bemerkenswert ist laut der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz jedoch, welche Fehlentscheidungen manche Manager getroffen haben.
Von Grit Beecken und Nils-Viktor Sorge

Hamburg - "Angesichts der konjunkturellen Lage haben wohl die meisten Unternehmen mit sinkenden Kursen zu kämpfen", sagte Ulrich Hocker, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) bei der Präsentation der Liste der größten Kapitalvernichter. Doch es gebe Unternehmen, die selbst in diesem Umfeld noch negativ herausragen.

"Es scheint dort keinerlei Strategie gegen mögliche Abschwungphasen zu geben", moniert Hocker. "Die Manager dieser Firmen treffen offensichtlich stets die falschen Entscheidungen". Die Aktienkurse dieser Firmen seien deutlich stärker gefallen als die Referenzmärkte. "Sie haben das ihnen anvertraute Kapital der Aktionäre zum größten Teil ausradiert", sagt der Anlegerschützer.

Der Liste liegen alle im Prime Standard der Deutschen Börse notierten Unternehmen, die dort seit mindestens fünf Jahren gelistet sind, zugrunde. Aktiengesellschaften, die lediglich im unteren Segment, dem General Standard oder gar im Freiverkehr des Entry Standard aktiv sind, wurden nicht in die Analyse einbezogen. Insgesamt kommt die Untersuchung laut DSW damit auf eine Grundgesamtheit von 297 Unternehmen. Analysiert wurde die Kursperformance dieser Aktien. Dividenden und andere Sonderzahlungen wurden nicht in die Berechnung mit einbezogen.

"So negativ wie 2009 war das Fazit unserer Untersuchung schon seit Jahren nicht mehr", sagt Hocker. "Erstmals seit Jahren finden sich mit Infineon  und der Commerzbank  wieder zwei Werte aus dem deutschen Vorzeigeindex Dax  in der Liste."

Laut der Liste haben insgesamt mehr als drei Viertel der untersuchten Unternehmen Werte vernichtet. So schlecht fiel die Gesamtbilanz zuletzt 2003 aus. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag die Quote noch bei nur 30,2 Prozent.

Die größten Verluste haben Anleger laut Hocker in den vergangenen Jahren nicht nur mit Bankaktien gemacht. In der neuen Rangliste fänden sich Vertreter fast aller Branchen. Den negativen Spitzenplatz belegte wie schon vor zwei Jahren die Beratungsfirma Tria IT . Deren Aktie habe in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt jährlich 62 Prozent ihres Wertes verloren. In der Liste finden sich zwei Dax-Werte: Infineon landete auf Platz 9, die Commerzbank auf Platz 48.

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