Verkauf von HRE-Aktien Banken unter Insiderverdacht

Mehrere Banken sind einem Medienbericht zufolge wegen des Verdachts des Insiderhandels mit Aktien der Hypo Real Estate ins Visier der Finanzaufsicht geraten. Die Banken stünden im Verdacht, HRE-Aktien vor einem Kurssturz Ende September 2008 in größerem Umfang verkauft zu haben.

München - Die Untersuchung dauert noch an", zitiert die "Süddeutsche Zeitung" die Finanzaufsicht BaFin. Gegen welche Banken ermittelt werde, habe die Behörde nicht mitgeteilt. Insiderhandel kann in Deutschland mit bis zu fünf Jahren Haft oder Geldbußen bestraft werden.

Ende September war bekanntgeworden, dass die damals noch im Dax notierte Hypo Real Estate wegen Finanzierungsproblemen ihrer Tochter, dem Staatsfinanzierer Depfa, kurz vor der Pleite stand. Daraufhin stürzte die Aktie am 29. September 2008 innerhalb eines Tages um rund 80 Prozent ab.

Der Konzern musste schließlich mit Hilfe von Bund und Banken gerettet werden und hat seitdem mehr als 100 Milliarden Euro an Kapitalhilfen und Garantien erhalten.

Die dramatische Lage der HRE war mehreren Banken dem Bericht der "SZ" zufolge bereits in der Woche vor dem Kurssturz bekannt. Vom 23. September an hatte die damalige HRE-Spitze nach Erkenntnissen der BaFin in der Finanzbranche um Hilfe gebeten, berichtete die Zeitung.

Der Zeitung zufolge hatte die BaFin bereits im Herbst vergangenen Jahres auffällige Verkäufe von HRE-Aktien vor dem Kurssturz am 29. September 2008 registriert. Das gehe aus einer internen Notiz der Aufsichtsbehörde hervor. Die betreffenden Banken hätten sowohl HRE- Aktien, die ihnen selbst gehörten, als auch HRE-Papiere von Kunden veräußert. Die BaFin habe die Banken bereits aufgefordert, die Namen dieser Kunden mitzuteilen.

manager-magazin.de mit Material von dpa