Liechtenstein Steueraffäre trübt LGT-Geschäfte

Der Steuerskandal um deutsche Millionenbeträge auf Liechtensteiner Konten hat den Bankgeschäften des Fürstentums schwer geschadet. Die LGT-Bank habe "mehrere Milliarden" an Kundengeldern verloren, sagte ihr Chef, Prinz Max von und zu Liechtenstein. Er will nun besser mit den deutschen Behörden zusammenarbeiten.

Frankfurt am Main - Prinz Max von und zu Liechtenstein, Chef der LGT-Bank, sagte der "Welt am Sonntag", sein Institut habe am Stammsitz "mehrere Milliarden" Schweizer Franken an Kundengeldern verloren. Eine genaue Zahl nannte er nicht.

"Wir müssen eine für alle Seiten akzeptable Lösung finden", wurde der Chef des größten Bankhauses des Fürstentums weiter zitiert. Eine solche Lösung könne "auch eine engere Kooperation der Steuerbehörden beinhalten". Prinz Max hält demnach einen ähnlichen Ansatz wie beim Abkommen seines Landes mit den USA für möglich, wo man sich bei begründetem Verdacht auf Steuerdelikte mit den US-Behörden austauscht. "Im Gegensatz zu den USA gibt es aber in Europa viele verschiedene Stimmen, die sich erst untereinander einig werden müssen", wurde er zitiert.

Vor circa einem Jahr, am 14. Februar 2008, kam mit der Hausdurchsuchung bei dem damaligen Post-Chef Klaus Zumwinkel einer der größten Steuerskandale der Bundesrepublik ins Rollen. Zuvor waren die Fahnder an sensible Bankdaten von vielen Hundert LGT-Kunden gelangt.

Beziehungen zu Deutschland schwer belastet

Die Steueraffäre hatte die Beziehungen zwischen Deutschland und Liechtenstein schwer belastet. Der Ton hatte sich in den Tagen direkt nach der Festnahme Zumwinkels deutlich verschärft. Erbprinz Alois hatte den deutschen Behörden vorgeworfen, auf illegale Weise in den Besitz von Finanzdaten gelangt zu sein, und von einem "Angriff auf Liechtenstein" gesprochen.

Ein Vorstoß von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Wunsch nach mehreren Maßnahmen gegen Steuerbetrug und Geldwäsche war auf schroffe Ablehnung Liechtensteins gestoßen.

Auch die Überlegungen Merkels, das Rechtshilfeabkommen mit den USA zum Vorbild für eine Regelung mit der EU zu nehmen, hatte der liechtensteinische Regierungschef Otmar Hasler damals umgehend zurückgewiesen und erklärt: "Das Rechtshilfeabkommen mit den Vereinigten Staaten von Amerika nimmt Bezug auf das ganz spezifische amerikanische Steuersystem, das sich von dem der europäischen Länder wesentlich unterscheidet", sagte er. "Daher bringt es nichts, die dortigen Bestimmungen eins zu eins zu übernehmen." Im November 2008 hatte Hasler erklärt, man sei zu einer weitergehenden Zusammenarbeit mit den Steuerbehörden von EU-Mitgliedsländern durchaus bereit, erwarte dafür aber eine Gegenleistung.

Im Fall Zumwinkel erging am 26. Januar das Urteil: Das Bochumer Landgericht verurteilte ihn wegen Steuerhinterziehung von fast einer Million Euro zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Außerdem muss er eine Geldbuße in Höhe von einer Million Euro zahlen.

manager-magazin.de mit Material von ap

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