Zinsen EZB läßt Leitzinsen unverändert

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen für die Euro-Zone am Donnerstag erwartungsgemäß unverändert gelassen. Experten rechnen frühestens für März mit einer weiteren Erhöhung der Leitzinsen.

Frankfurt am Main - Der Zinssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte betrage weiterhin 3,0 Prozent, teilte die EZB im Anschluss an die turnusmäßige Ratssitzung in Frankfurt mit. Auch den Zinskorridor für den Euro-Geldmarkt ließen die Währungshüter mit Sätzen von 2,0 Prozent für die Einlagenfazilität und 4,0 Prozent für Über-Nacht-Kredite unverändert.

Zudem kündigte die EZB an, sie werde bei den längerfristigen Refinanzierungsgeschäften im ersten Halbjahr 2000 ein Zuteilungsvolumen von 20 Milliarden Euro pro Geschäft anstreben. Dieser Betrag berücksichtige den erwarteten Liquiditätsbedarf des Bankensystems in der Euro-Zone in der ersten Jahreshälfte 2000, hieß es in der Erklärung weiter. Außerdem enspreche diese Entscheidung dem Wunsch des Euro-System, den größten Teil seiner Refinanzierung des Finanzsektors weiterhin über seine Hauptrefinanzierungsgeschäfte abzuwickeln.

Finanzwelt: Neuer Zinsschritt erst im Frühjahr

In der Finanzwelt war noch nicht mit einer Anhebung gerechnet worden. "Der Zeitabstand zur letzten Zinsentscheidung ist noch zu kurz", kommentierte Commerzbank-Sprecher Peter Pietsch den Ausgang der EZB-Sitzung. Eher im März oder April sei mit einem weiteren Zinsschritt zu rechnen, wenn die Konjunktur stärker in Fahrt komme. Die EZB hatte zuletzt Anfang November ihre Leitzinsen um 0,5 Prozentpunkte herauf gesetzt. Der EZB-Rat wird am 3. Februar wieder zusammentreffen.