Telekom Überschuss um 45 Prozent gesunken

Der Bonner Konzern hat 1999 wie vorausgesagt einen schweren Gewinneinbruch erlitten. Dennoch sollen die Aktionäre eine unveränderte Dividende von 0,61 Euro erhalten.

Bonn - Der Aktienhandel reagierte gelassen auf den Ergebniseinbruch. Händler sagten, die schlechten Zahlen würden einfach abgeschüttelt und das Papier wieder gekauft. Telekom setzen mit einem Minus von 1,2 Prozent schwächer ein, erholten sich im Verlauf und erreichten ein vorläufiges Tageshoch von 71,36 (Vortagesschluss 69,25) Euro. Danach fiel die T-Aktie wieder zurück und verlor zeitweise rund zwei Prozent auf 67,80 Euro.

Händler sagten, die schlechten Zahlen würden einfach abgeschüttelt und das Papier wieder gekauft. Im Markt kursiere zudem die Einschätzung, dass die Titel im Vergleich zu Mannesmann-Aktien noch relativ billig seien und deshalb gekauft werden sollten. Andererseits werde immer auf die geplanten Börsengänge der Mobilfunk- und Internettöchter geschaut und gehofft, dass dies der T-Aktie Auftrieb gebe.

Die Telekom begründete ihren Ergebniseinbruch mit dem Verfall der Margen im Festnetzbereich, den Firmenwert-Abschreibungen wegen der Übernahme der britischen Mobilfunkgesellschaft One2One, Anlaufverlusten bei Akquisitionen sowie den Kosten der Kapitalerhöhung. Die Finanzschulden im Gesamtkonzern erhöhten sich leicht auf 42,4 (39,9) Milliarden Euro.

Die Telekom selbst hatte bereits Ende November mitgeteilt, dass sich der Ertrag im Gesamtjahr auf dem Niveau der ersten neun Monate bewegen dürfte - bis dahin hatte die Telekom 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Einige Analysten hatten allerdings einen Gewinn in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro prognostiziert.

Den anhaltenden Boom im Internet- und Mobilfunkbereich führte die Telekom auf Zukäufe im Ausland zurück. So seien die österreichische Mobilfunkgruppe max.mobil seit dem 1. Januar 1999 mit einem Umsatz von rund 0,8 Milliarden Euro und One2One seit 1. Oktober mit rund 0,5 Milliarden Euro Umsatz erstmals vollkonsolidiert worden. Auch ohne diese Akquisitionen wäre der Umsatzrückgang mit rund drei Prozent moderater ausgefallen als noch zu Jahresbeginn erwartet.

Die Zahl der Festnetzanschlüsse konnte die Telekom um drei Prozent auf 47,8 Millionen steigern. Die Internet-Tochter T-Online erhöhte ihre Kundenzahl demnach um 54 Prozent auf 4,2 Millionen. Die Zahl der Mobilfunkkunden stieg um 58 Prozent auf 9,2 Millionen. In Europa bediene der Konzern über T-Mobil, One2One und max.mobil damit knapp 15 Millionen Kunden. Hinzu kämen rund fünf Millionen Kunden bei Joint Ventures in Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik, Russland, Italien und der Ukraine. Einen Termin für die erwarteten Börsengänge der beide Töchtergesellschaften nannte die Telekom allerdings nicht.