Münchener Rück Erdbeben bei der Erstversicherung

Der Gewinn der Münchener Rück ist eingebrochen. Trotz der Finanzkrise steht unter dem Strich aber noch ein positives Ergebnis von 1,5 Milliarden Euro. Deutlich schlechter sieht es bei der Erstversicherungstochter Ergo aus.

München - Im vierten Quartal habe der Gewinn nur noch rund 100 Millionen Euro betragen, teilte die Münchener Rück  am Mittwoch mit. "Wir kommen bisher relativ gut durch die Krise", urteilte gleichwohl Finanzchef Jörg Schneider. Um die Aktionäre an Bord zu halten, will er die Dividende bei 5,50 Euro je Aktie stabil lassen.

2007 hatte die Münchener Rück mit 3,9 Milliarden Euro noch einen Rekordgewinn erzielt, der jedoch von Sondereffekten begünstigt war. Ursprünglich hatte sich der Dax-Konzern für 2008 einen Überschuss von bis zu 3,4 Milliarden Euro als Ziel gesetzt, musste wegen der Finanzkrise aber immer weiter zurückrudern.

Für die Zukunft zeigte sich das Unternehmen verhalten optimistisch. Eine Prognose für 2009 wurde zwar nicht genannt. Im Rückversicherungsmarkt seien aber wieder höhere Preise gegenüber den Kunden, Erstversicherern wie der Allianz, durchsetzbar. "Die Trendwende ist geschafft. Der Verfall der Rückversicherungspreise ist gestoppt", sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek.

Die Münchener Rück verhandelte zum Jahresbeginn mit ihren Kunden über einen großen Teil des Portfolios. Viele Kontrakte ließen die Münchner auslaufen und konzentrierten sich auf attraktiveres Neugeschäft. Insgesamt fiel das Prämienvolumen dadurch um 3 Prozent, die Preise kletterten aber um 2,6 Prozent. Im April werden weitere Kontrakte, vor allem in Japan, Korea und Indien erneuert; im Juli sind dann die USA an der Reihe mit dem wichtigen Naturkatastrophengeschäft. Jeworrek erwartet weitere Preiserhöhungen.

Aktienquote weiter reduziert

Die Münchener Rück legt ihre Gelder, wie alle Versicherer, am Kapitalmarkt an. Von den insgesamt 175 Milliarden Euro an Kapitalanlagen sind mittlerweile weniger als 4 Prozent am Aktienmarkt investiert, die zudem noch mit Derivaten abgesichert sind. Im Schlussquartal konnte die Münchener Rück dank dieser Absicherungen insgesamt weitere massive Belastungen verhindern.

Allerdings machen dem Konzern mittlerweile auch festverzinsliche Wertpapiere zu schaffen. Angesichts der Schwankungen an den Zinsmärkten schrieb der Konzern auf diese Titel rund 400 Millionen Euro ab.

Erdbeben bei Erstversicherungstochter Ergo

Die zur Münchener Rück gehörende Erstversicherungsholding Ergo (D.A.S., DKV Deutsche Krankenversicherung, Hamburg-Mannheimer, KarstadtQuelle Versicherungen, Victoria) hat im vergangenen Jahr wegen der Finanzkrise einen deutlich stärkeren Gewinnrückgang hinnehmen müssen.

Ergo verdiente nach vorläufigen Zahlen nur noch 92 Millionen Euro nach 781 Millionen im Jahr 2007, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Im November hatte Ergo noch einen Gewinn von bis zu 380 Millionen Euro für 2008 angekündigt. Hauptgrund für den Rückgang waren Einbußen um fast 50 Prozent im Kapitalanlageergebnis.

Ergo wuchs im vergangenen Jahr nur im Ausland. Die Beitragseinnahmen stiegen dort um mehr als 12 Prozent, in Deutschland gingen sie gegenüber 2007 um gut ein Prozent zurück. Insgesamt steigerte der Konzern die Beitragseinnahmen um 1,9 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro.

Wegen des Gewinnrückgangs will der Vorstand für 2008 auf die Zahlung einer Dividende verzichten. Für 2007 hatte Ergo noch 13,25 Euro je Aktie an seine Aktionäre ausgeschüttet.

manager-magazin.de mit Material von reuters