Telekommunikation Fusionieren Mannesmann und Vivendi Sparten?

Die Spekulationen um eine enge Verbindung der Düsseldorfer mit den Franzosen halten an. Nach einem Bericht will Mannesmann mit Vivendi einen neuen Telekom-Anbieter schmieden, um die feindliche Vodafone-Offerte abzuwehren.

Hamburg/Düsseldorf - Mannesmann plane eine Zusammenlegung seines Kerngeschäfts mit den Vivendi-Telekomaktivitäten, um den feindlichen Übernahmeversuch durch die britische Telefongesellschaft Vodafone AirTouch abzublocken. Das berichtet des "Handelsblatt" unter Berufung auf Investmentbankkreisen in London. In diesem Zusammenhang werde auch diskutiert, Teile des Vivendi-Medienbereichs in die Telekomgesellschaft zu integrieren, schreibt das Blatt in seiner Donnerstagausgabe.

Zur französischen Vivendi gehören neben der Telekomtochter Cegetel unter anderem zwei Internetanbieter sowie eine Beteiligung am TV-Kanal Canal plus. Ein solcher Deal "ist schlecht für Vodafone", sagte Jürgen Gries von Merck Finck der Zeitung. "Vodafone müsste dann tiefer in die Tasche greifen oder stattdessen eine Firma mit noch mehr Schulden übernehmen." Vivendi und Mannesmann sind nach Angaben des Londoner Investmentbankers noch weit von einer Einigung entfernt. So sei noch völlig unklar, nach welchem Modell eine solche Fusion vollzogen werden könnte. "Ziel der laufenden Gespräche ist es aber, die Telekomaktivitäten zusammenzubringen», bestätigte der Banker dem "Handelsblatt".

Eine Beteiligung von Vivendi an Mannesmann hatte das Düsseldorfer Unternehmen wiederholt als Spekulation bezeichnet. Gespräche zwischen beiden Unternehmen würden nur im Rahmen der Partnerschaft stattfinden, hatte eine Konzernsprecherin am Dienstag gesagt. In den vergangenen Wochen hatte Konzernchef Esser immer wieder betont, dass Mannesmann die feindliche Übernahme durch Vodafone nicht mit Hilfe eines "weißen Ritters" abwehren wolle. Auch am Mittwoch sicherte Esser den Investoren erneut eine faire Haltung im Übernahmekampf mit Vodafone AirTouch zu. Er werde keine Vereinbarungen mit anderen Telekom-Unternehmen benutzen, um Vodafone abzublocken.

Mannesmann hat mit seinen Mobilfunktöchtern - D2 in Deutschland, Omnitel in Italien und Orange in Großbritannien - auch im vergangenen Jahr wieder außerordentlich gut verdient. Der Telekommunikationsbereich des Konzerns steigerte sein Ergebnis um rund 70 Prozent auf etwa 2,2 Milliarden Euro. Die Zahl der Kunden der von Mannesmann kontrollierten Mobil- und Festnetz-Telefongesellschaften betrug Ende des Jahres fast 36 Millionen - ein Zuwachs von über 70 Prozent.