Vodafone EU hat Bedenken bei Mannesmann-Übernahme

Die EU hat Bedenken gegen die geplante Übernahme von Mannesmann durch Vodafone AirTouch. In Großbritannien gebe es wegen der Mannesmann-Tochter Orange eine deutliche Marktüberlappung, erklärten die Brüsseler Wettbewerbshüter.

Brüssel/Düsseldorf - In der Übernahmeschlacht rückt die Mobilfunktochter Orange immer mehr in den Mittelpunkt des Schlagabtausches. Die Übernahme sei am 14. Januar von Vodafone bei der EU-Kommission förmlich angemeldet worden. Sowohl Mannesmann als auch Vodafone hätten mit der Kommission gesprochen, um sich über deren Einschätzung zu informieren, erklärte ein Sprecher von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti am Mittwoch. Monti habe auf das Übernahmevorhaben, weil es nach Angaben aus seiner Behörde unterschiedliche Mitteilungen der Unternehmen über die angebliche Haltung der Kommission in der Übernahmeschlacht gegeben habe. "Wir wollen nicht instrumentalisiert werden", hieß es aus der Wettbewerbsbehörde.

Die Behörde hat das förmliche Standard-Prüfverfahren bereits begonnen, das zunächst bis zum 17. Februar dauern wird - falls es nicht verlängert werden sollte. Die Kommission prüft alle maßgeblichen Firmenfusionen; bei ernsthaften Bedenken kann sich einer Standardprüfung eine bis zu vier Monate lange intensive Untersuchung anschließen. Es sei aber erst nach Abschluss der Marktuntersuchungen möglich, eine endgültige Stellungnahme abzugeben, betonte der Sprecher. Dazu sollen Kunden und Konkurrenten im Mobilfunkmarkt gefragt werden. "Es ist alles offen", ergänzte ein EU-Mitarbeiter.

Mannesmann bekräftigte am Mittwoch, dass eine Abtrennung der Tochtergesellschaft aus dem Konzern einen Beherrschungsvertrag erforderlich mache, der Kosten von über 60 Milliarden Euro nach sich ziehen könnte. Vodafone sei im Falle eines Erfolgs ihres feindlichen Übernahmeangebots rechtlich nicht befugt, Mannesmann zur Veräußerung von Orange zu veranlassen. Dabei verweist der Konzern auf Rechtsgutachten deutscher Aktienrechtlicher. Vodafone hatte die Argumente von Mannesmann zu Orange zuvor als "schlichtweg unwahr" bezeichnet und sich ebenfalls auf Rechtsgutachten gestützt. Wenn schon die Abspaltung einer Tochterfirma einen Beherrschungsvertrag nötig mache, wäre kein Konzern in Deutschland möglich.