Heidelberger Druck Auftragseinbruch

Die Auftragslage des krisengeschüttelten Druckmaschinen-Marktführers Heidelberger Druckmaschinen ist so schlecht wie lange nicht mehr. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 brach der Auftragseingang um 41,5 Prozent auf 560 Millionen Euro ein.

Heidelberg - Das sei der schlechteste Quartalswert seit mehr als zehn Jahren, sagte der Vorstandsvorsitzende der Heidelberger Druckmaschinen AG , Bernhard Schreier. "Die Finanzkrise hat den Maschinenbausektor Ende 2008 ausgebremst", meinte er. "Die Investitionen sind stark rückläufig, weil unsere Kunden von einem geringeren Kapazitätsbedarf ausgehen und verunsichert sind." Schreier erwartet für das Gesamtjahr "erhebliche Umsatzrückgänge" und einen "deutlichen Jahresfehlbetrag".

Laut Unternehmen zeigen allerdings Sparmaßnahmen erste Wirkungen. Beim geplanten Abbau von 2500 Stellen ist nach Angaben Schreiers bereits für 1600 Stellen ohne Kündigungen eine Lösung gefunden. Trotz Verschärfung der Wirtschaftskrise war das betriebliche Ergebnis erstmals seit April im dritten Quartal wieder ausgeglichen. Der Umsatz ging zwar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf 750 Millionen Euro zurück, fiel jedoch geringer als befürchtet. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 24 Millionen Euro nach einem Gewinn von 43 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum - befürchtet worden war ein Minus von 68 Millionen.

"Wir haben schwere Monate hinter uns, aber auch noch einen mühsamen Weg vor uns. Und dennoch blicke ich zuversichtlich in die Zukunft", sagte Schreier. Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr in die schwarzen Zahlen machte er nicht. Er wollte für die kommenden Quartale "Verluste nicht ausschließen, diese werden sich dann aber mit der Zeit verringern".

Grund sei das Sparprogramm, das jetzt zu greifen beginne. Zum Schlussquartal des laufenden Geschäftsjahres sagte er: "Die Belastungen werden größer sein, als wir es aus dem operativen Ergebnis erwirtschaften können." Für den Umbau des Unternehmens und insbesondere die Stellenstreichungen muss er vor allem in diesem Geschäftsjahr 110 bis 130 Millionen Euro ausgeben. Im Jahr 2009/10 sollen dafür 150 bis 180 Millionen Euro mehr in der Kasse bleiben, ab 2010/11 sogar jährlich rund 200 Millionen Euro.

Heidelberger Druck hatte die Wirtschaftsflaute wegen Einbrüchen auf dem Werbemarkt früher als die meisten anderen Maschinenbauer zu spüren bekommen und steuert mit einem Sparprogramm dagegen: 2500 der knapp 20.000 Stellen weltweit werden gestrichen.

Als erfreulich wertete es der Konzernchef, dass das ausgebaute Geschäft mit Services und Verbrauchsmaterialien im dritten Quartal einen Umsatzanteil von 25 Prozent erreichte - eine Marke, die er für das Geschäftsjahr 2011/12 angepeilt hatte. Schreier will damit die Abhängigkeit vom Werbemarkt reduzieren.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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