Japan Notenbank kauft Aktien im großen Stil

Asiatische Banken geraten immer stärker in den Sog der Finanzkrise. Die japanische Notenbank will nun Finanzinstituten im großen Stil Aktien abkaufen. Dies sei notwendig, um das Finanzsystem zu stabilisieren. Auch in Südkorea hoffen Banken und Anleger auf Staatshilfe.

Tokio - Der Kauf von Bankaktien im Wert von bis zu einer Billion Yen (8,7 Milliarden Euro) solle bis zum April 2010 erfolgen, teilte die Notenbank am Dienstag in Tokio mit. Es sollen jedoch nur Aktien mit mindestens BBB-Rating gekauft werden. Die Aktienbestände seien das größte Risiko für die japanischen Banken, sagte Notenbankgouverneur Masaaki Shirakawa am Dienstag.

Dadurch könnte das gesamte Finanzsystem gefährdet werden. Die Notenbank wolle durch die Maßnahmen jedoch nicht die Aktienkurse nach oben treiben. Die Maßnahmen sollten zu einer Stabilisierung des Finanzsystems beitragen. Die Regierung habe die Notenbank nicht zu einem Kauf der Aktien aufgefordert.

Das japanische Institut Shinsei rutschte im zurückliegenden Quartal tief in die roten Zahlen und rechnet im Gesamtjahr mit einem Minus von 417 Millionen Euro. Auch Japans größter Bank Mitsubishi UFJ Financial droht einem Medienbericht zufolge ein Verlust.

Japanische Geldhäuser halten als Zeichen enger Geschäftsbeziehungen große Anteile an den Unternehmen ihrer Firmenkunden. Wegen der Talfahrt der Aktienkurse haben sie deshalb zuletzt erhebliche Verluste eingefahren. Der japanische Leitindex Nikkei verlor von Oktober bis Dezember über 20 Prozent. Zudem werden die Ergebnisse durch die steigende Zahl an Firmenpleiten und Kreditausfällen belastet.

Shinsei reaktiviert ehemaligen Chef

Im Gegensatz zu den meisten anderen japanischen Banken machte Shinsei außerdem hohe Verluste durch Spekulationen mit minderwertigen Immobiliendarlehen und sein Engagement bei der zusammengebrochenen US-Bank Lehmann Brothers. Im November hatte das Institut dann seinen früheren Chef Masamoto Yashiro zurückgeholt und die Strategie gewechselt.

Unter dem 79-Jährigen will sich die Bank nun wieder verstärkt auf den japanischen Heimatmarkt konzentrieren. Das Haus zeigte sich zuversichtlich, dass es so im nächsten Geschäftsjahr wieder schwarze Zahlen schreiben wird.

Branchenprimus Mitsubishi UFJ Financial sei von April bis Dezember ebenfalls in die roten Zahlen gerutscht, berichtete die Zeitung "Sankei" am Dienstag ohne Angabe von Quellen. Im Gesamtjahr drohe Mitsubishi, das seine Gewinnprognose bereits im Oktober gesenkt hatte, nun möglicherweise sogar ein Verlust.

Verantwortlich seien Verluste aus Aktiengeschäften und Belastungen durch faule Kredite. Das Unternehmen, das am Freitag Zahlen vorlegt, äußerte sich nicht zu dem Bericht. Die Aktien des Instituts gaben 0,8 Prozent nach.

Anleger in Südkorea hoffen auf weitere Staatshilfen

Anleger in Südkorea hoffen auf weitere Staatshilfen

In Südkorea verbuchten alle Institute des Landes zusammen von Oktober bis Dezember einen Verlust von umgerechnet 186 Millionen Euro. Die Finanzaufsicht FSS ging bei ihrer Erhebung nicht auf einzelne Institute ein.

Viele Analysten rechneten aber damit, dass vor allem kleinere Banken betroffen sind.

Die Aktien von Branchenprimus KB Financial legten am Dienstag über vier Prozent zu, weil Börsianer auf ein weiteres Konjunkturpaket der Regierung spekulierten.

Der Internationale Währungsfonds geht davon aus, dass Südkoreas Wirtschaft in diesem Jahr um vier Prozent schrumpfen wird.

Durch die erste Rezession seit einem Jahrzehnt dürfte sich die Lage auf dem Finanz- und Kreditmarkt weiter zuspitzen.

Bereits Ende 2008 hatte die Regierung in Seoul angekündigt, den heimischen Banken mit 15 Milliarden Dollar unter die Arme zu greifen, um die Kreditvergabe anzukurbeln.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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