Autoindustrie Abwrackprämie belebt das Geschäft

Die Abwrackprämie hat nach Angaben der Automobilindustrie bereits im Januar zu deutlich mehr Autokäufen geführt. Es zeichne sich ab, "dass die Umweltprämie bereits in der zweiten Monatshälfte zu einer spürbaren Belebung des Geschäfts geführt hat", erklärte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Samstag. Der Bundesverband freier Kfz-Händler erwartet angesichts der steigenden Nachfrage allerdings einen Preisanstieg für Neuwagen.

Berlin - Wissmann hob hervor, dass die Prämie "rasch und unbürokratisch" umgesetzt worden sei und auch bei der CO2-basierten Kfz-Steuer jetzt Klarheit herrsche. "Die Kunden haben nun langfristige Planungssicherheit beim Autokauf", erklärte der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA). "Die Menschen gehen wieder in die Autohäuser, die Bereitschaft zum Autokauf wächst. Dies sind erste ermutigende Signale für eine Stabilisierung des immer noch sehr schwierigen Pkw-Inlandsmarktes." Die positive Reaktion der Bürger auf die Umweltprämie habe "alle Miesmacher" eines Besseren belehrt.

Der Kraftstoffverbrauch der Altfahrzeuge, die dank der Abwrackprämie verschrottet werden, liegt laut Wissmann um durchschnittlich zwei Liter pro 100 Kilometer höher als der neuer Modelle. Die Bestandserneuerung führe nicht nur zu einer deutlichen CO2-Minderung, sondern auch zu einer noch stärkeren Reduzierung der "klassischen" Schadstoffemissionen, erklärte er.

Anzeichen für einen Preisanstieg

Der Vorsitzende des Bundesverbands freier Kfz-Händler, Ansgar Klein, sagte zu dem erwarteten Preisanstieg bei Neuwagen: "In der Branche sind Anzeichen sichtbar, dass ein Preisanstieg kommen wird." Die Autohändler reagierten damit auf die gestiegene Nachfrage nach Neufahrzeugen und Jahreswagen, sagte Klein der "Bild"-Zeitung vom Samstag. Auch die Rabatte würden in den nächsten Monaten geringer als bisher ausfallen. Konkrete Zahlen nannte Klein nicht.

Die Prämie von 2500 Euro kann seit vergangenem Dienstag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt werden. Sie wird gezahlt, wenn der Autohalter ein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet, das zumindest ein Jahr in seinem Besitz war und dafür einen Neu- oder Jahreswagen kauft. Insgesamt sind 1,5 Milliarden Euro als Obergrenze vorgesehen. Der Topf würde also maximal für 600.000 Autos reichen. Jedoch müssen aus dem Budget auch die Verwaltungskosten für die Bearbeitung der Anträge gezahlt werden.

manager-magazin.de mit Material von afp

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