Börse Auf die zweite Chance setzen

Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den Aktienkauf gekommen? Zumindest scheint eine Bodenbildung im Gange zu sein. Doch vielfach zahlt es sich aus, eher spät als zu früh neu einzusteigen - und dann beispielsweise auf Unternehmen mit vergleichsweise hohen Dividenden wie die Energieversorger zu setzen.

Die Kursentwicklung im Januar ist nach verschiedenen althergebrachten Grundsätzen nicht sehr ermutigend. Zwar hat sich der Boden an den Aktienmärkten befestigt. Allerdings haben die oft die Tendenz, einem Tiefpunkt eine Erholung, aber der dann einen weiteren Test der früheren Tiefstände folgen zu lassen.

Dieses Phänomen war beispielsweise im Frühjahr 2003 zu erleben, nach dem im Oktober 2002 die Indizes Tiefpunkte erreicht hatten. Sollte sich dieses Muster wiederholen, wären Anleger eher bei der nächsten Kaufgelegenheit auf der sicheren Seite. Außerdem könnten sie dann immer noch den weit überwiegenden Teil der nachfolgenden Aufwärtsbewegung mitmachen.

Wem die Welt jetzt also noch nicht ganz geheuer ist, insbesondere nach dem das Ende der Rezession in den Industrieländern noch lange nicht absehbar ist, kann durchaus noch einen weiteren Tiefpunkt an den Börsen erwarten. Und nach dem allgemein eine Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse ab etwa Mitte des Jahres erwartet wird, könnte sich ein solcher zweiter Tiefpunkt in den Monaten zwischen Februar und Mai durchaus noch einstellen.

Wer lieber Warren Buffett folgen mag, kann einen längeren Zeithorizont ins Auge fassen. Bei der Betrachtung auf eine Sicht von etwa zwei Jahren, in der sich die Konjunktur weltweit kräftig erholt haben sollte, kann man durchaus jetzt schon zugreifen, muss nur damit rechnen, dass in den nächsten Wochen noch ein Rückgang eintritt. Nach unserer Meinung liegt das Risiko des Rückschlags bei ungefähr 15 Prozent, die Chance der Erholung jedoch etwa bei 50 Prozent auf diese Frist.

Wer der konjunkturellen Erholung nicht so recht trauen mag, ist nach unserer Meinung mit den wenig konjunkturempfindlichen großen Energieversorgern wie Eon  und RWE  gut bedient. Deren Kurse sind ebenso zurückgegangen wie die der Indizes, meistens jedoch nicht so kräftig. Sie bezahlen aber recht hohe Dividenden, die Renditen um die 5 Prozent erlauben. Eine Senkung der Ausschüttung ist trotz Rezession sehr unwahrscheinlich.

Die Dividendenrenditen von etwa 5 Prozent sichern die Kurse weitgehend nach unten ab. Falls die Kurse zwischen jetzt und der Auszahlung der Dividenden in einigen Monaten noch weiter zurückfallen sollten, bieten die dann ausgezahlten Dividenden in jedem Fall eine Einstandsverbilligung um etwa 5 Prozent.

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