Ölkonzerne 100 Milliarden Dollar Gewinn

Die Erträge der Ölkonzerne sind wegen der hohen Rohstoffpreise im vergangenen Jahr explodiert. Allein die drei Unternehmen Exxon, Shell und Chevron haben zusammen einen Gewinn von 100 Milliarden Dollar erzielt - so viel wie niemals zuvor.

Houston - Die weltgrößten Ölkonzerne haben wegen der hohen Rohstoffpreise im vergangenen Jahr gigantische Gewinne erzielt, die sich allein bei den Unternehmen Exxon Mobil , Chevron  und Royal Dutch Shell  auf 100 Milliarden Dollar summieren. Die Aktien der Unternehmen legen zu.

Der weltgrößte börsennotierte Ölkonzern Exxon Mobil hat im vergangenen Jahr mit mehr als 45 Milliarden Dollar den bisher höchsten Gewinn eines US-Unternehmens erzielt. Der Überschuss von exakt 45,22 Milliarden Dollar (35,28 Milliarden Euro) fiel noch einmal 11 Prozent höher aus als Exxons alter Rekord aus dem Jahr 2007.

Wegen der inzwischen stark gesunkenen Ölpreise verbuchte der Konzern im vierten Quartal jedoch einen Gewinneinbruch. Der Überschuss fiel im Jahresvergleich um ein Drittel auf 7,8 Milliarden Dollar, wie Exxon Mobil am Freitag am Sitz in Houston (Texas) mitteilte.

Der Ölpreis hatte im Juli ein Rekordhoch von mehr als 147 Dollar je Barrel erreicht. Seitdem ist er aber wegen der Sorge vor einer kräftigen Abschwächung der Weltwirtschaft deutlich auf aktuell etwas mehr als 40 Dollar gesunken.

Exxons niederländisch-britischer Rivale Royal Dutch Shell hatte am Donnerstag mit einem ebenfalls sprudelnden Jahresgewinn einen Europarekord aufgestellt: Der nach Marktwert zweitgrößte private Ölmulti der Welt fuhr 2008 einen Überschuss von mehr als 31 Milliarden Dollar (24 Milliarden Euro) ein. Dies waren 14 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im vierten Quartal gab es bei Shell wegen des Ölpreiseinbruchs allerdings sogar einen Milliardenverlust.

Exxon investiert acht Milliarden Dollar in eigene Aktien

Exxons Umsatz stieg im gesamten Jahr 2008 um 18 Prozent auf 477,4 Milliarden Dollar. Im Schlussquartal fiel er dagegen um mehr als ein Viertel auf 84,7 Milliarden Dollar.

Exxons Ergebnis im vierten Quartal fiel trotz des kräftigen Rückgangs aber immer noch besser als von Analysten erwartet aus. Der Gewinn je Aktie lag bei 1,55 Dollar und damit klar über den Schätzungen von im Schnitt 1,45 Dollar.

Mit seinen wegen der Gewinne enormen Finanzreserven kaufte Exxon zuletzt eigene Aktien in großem Stil zurück. Der Konzern gab dafür acht Milliarden Dollar aus. Der Rückkauf soll den Kurs in die Höhe treiben.

Auch der zweitgrößte US-Ölkonzern Chevron hat im vergangenen Jahr so viel verdient wie nie zuvor. Dank der lange rekordhohen Ölpreise sprudelte der Gewinn 2008 mit 23,9 Milliarden Dollar (18,6 Milliarden Euro) um fast 30 Prozent stärker als ein Jahr zuvor. Das teilte Chevron am Freitag am Sitz im kalifornischen San Ramon mit.

Im Schlussquartal stagnierte der Gewinn allerdings wegen der inzwischen stark gefallenen Ölpreise bei 4,9 Milliarden Dollar. Dabei profitierte der Konzern noch von starken Währungseffekten und einem Einmalgewinn. Ohne diese Sondereffekte wäre der Überschuss wie auch bei Wettbewerbern zum Jahresende deutlich gesunken. Das Ergebnis lag aber immer noch deutlich über den Erwartungen der Wall Street.

Chevrons Umsatz fiel im Schlussquartal um fast 30 Prozent auf 43,1 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr stiegen die Erlöse um fast ein Viertel auf 265,0 Milliarden Dollar.

Exxonl und Chevron sind am Freitag die Lieblinge der Anleger gewesen. Exxon kletterten im frühen New Yorker Handel um 1,54 Prozent auf 77,98 Dollar und Chevron gewannen 1,43 Prozent auf 71,63 Dollar hinzu. Exxon Mobil verdiente im vierten Quartal wegen des gesunkenen Ölpreises zwar weniger, konnte aber dennoch die Analystenerwartungen beim Gewinn je Aktie übertreffen. Chevron verdiente im vierten Quartal mehr als im Vorjahr. "Die Ergebnisse sprechen für sich", sagte Fred Burke, Chef bei Johnston Lemon Asset Management in Washington.

Der Ölpreis hatte im Juli ein Rekordhoch von mehr als 147 Dollar je Barrel (159 Liter) erreicht. Seitdem ist er aber wegen der Sorge vor einer kräftigen Abschwächung der Weltwirtschaft deutlich auf aktuell etwas mehr als 40 Dollar gesunken.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx