US-Autobranche Ford erleidet Milliardenverlust

Der angeschlagene US-Autobauer Ford hat einen hohen Quartalsverlust eingefahren und so 5,5 Milliarden Dollar an Barvermögen in seiner Automobilsparte verloren. Ford verfüge aber über genug Liquidität, um die nötige Restrukturierung ohne einen Überbrückungskredit der US-Regierung zu finanzieren. Der Konzernumbau kostet zudem Arbeitsplätze.

Detroit - Ford  stürzt tiefer in die roten Zahlen. Im Schlussquartal 2008 hat sich das Minus des Unternehmens auf 5,9 Milliarden Dollar mehr als verdoppelt. Im Gesamtjahr weitete der zweitgrößte US-Hersteller seinen Verlust sogar auf 14,6 Milliarden Dollar aus nach einem Fehlbetrag von 2,7 Milliarden Dollar in 2007.

Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, verfügt Ford aber über genug Liquidität, um die Restrukturierung ohne einen Überbrückungskredit der US-Regierung zu finanzieren. Die US-Wettbewerber General Motors  (GM) und Chrysler können derzeit nur durch Notkredite der Regierung überleben. Ford will die Gewinnzone im operativen Geschäft wie bisher geplant im Jahr 2011 erreichen. Zur Finanzierung der nötigen Restrukturierung will Ford verfügbare Kredite von 10,1 Milliarden nutzen.

Als Reaktion auf den Abwärtstrend streicht der Konzern bei Ford Motor Credit 1200 Stellen, was 20 Prozent der Belegschaft entspricht. Finanzvorstand Lewis Booth sieht die größten Schwierigkeiten im ersten Quartal 2009. "Ich bin nicht sicher, ob wir die Talsohle beim Absatz in Europa schon erreicht haben", sagte Booth.

Für die zweite Jahreshälfte erwarte er eine leichte Erholung am Automarkt. Die Situation für die gesamte Autoindustrie bleibe aber unsicher. In Bezug auf einen möglichen Verkauf des schwedischen Autoherstellers Volvo sagte Booth, es würden weiterhin die strategischen Optionen geprüft; bislang gebe es aber noch nichts Neues. Nach Bekanntgabe der Zahlen büßten die Aktien von Ford vorbörslich 4,5 Prozent ein.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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