IWF-Schätzung Finanzkrise kostet 2200 Milliarden Dollar

Die Weltwirtschaft steckt nach einer neuen Prognose des Internationalen Währungsfonds in der schärfsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt seien durch die Finanzkrise weltweit Verluste in Höhe von 2,2 Billionen Dollar zu erwarten. Der IWF plädiert unterdessen für die Einrichtung einer Bad Bank.

Wahington - Die neue, nach unten revidierte Prognose teilte der IWF am Mittwoch in Washington mit. Noch im Oktober hatte der Fonds die Summe auf 1,4 Billionen Dollar geschätzt.

Angesichts der Krise sei im laufenden Jahr weltweit nur ein mageres Wachstum von 0,5 Prozent zu erwarten. Bisher hatte der Fonds noch ein Plus von 2,2 Prozent vorausgesagt.

Das Wachstum kommt demnach nur noch aus den Schwellenländern. Die großen Volkswirtschaften in den USA und der Euro-Zone dürften hingegen kräftig schrumpfen.

Erst ab dem Jahr 2010 werde sich die Weltwirtschaft schrittweise erholen und um drei Prozent wachsen, hieß es in der Prognose des IWF.

Wirtschaft in Deutschland dürfte um 2,5 Prozent schrumpfen

Ungeachtet der Konjunkturpakete in vielen großen Staaten sei die Finanzkrise aber noch lange nicht ausgestanden. "Trotz weitreichender Maßnahmen der Politik bleiben akute Verspannungen an den Finanzmärkten, die der Realwirtschaft zusetzen", erklärte der Fonds.

Für die US-Wirtschaft rechnen die IWF-Experten mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 1,6 Prozent in diesem Jahr. In der Euro-Zone werde es ein Minus von 2,0 Prozent geben, in Deutschland sogar ein Schrumpfen um 2,5 Prozent.

Empfehlung des IWF für "Bad Bank"

Der Fonds sieht zudem wachsende Risiken einer Deflation - also einen Preisrutsch auf breiter Front - und plädiert dafür, die toxischen Papiere aus dem Banksystem auszulagern. Die Schaffung einer "Bad Bank", an die private Banken wertlose Papiere abtreten könnten, wird derzeit in der US-Regierung diskutiert.

Die Wirtschaftsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Laura Tyson, sieht in diesem Modell den einfachsten Weg, um am Markt derzeit unverkäufliche Wertpapiere aus den Bankbilanzen herauszubringen. Man müsse die Banken dann unter neuen Vorgaben rekapitalisieren, sagte Tyson auf einer Podiumsdiskussion des Weltwirtschaftsforums in Davos.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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