Siemens Radikale Verjüngung der Verkehrstechnik-Spitze

Nach den jüngsten Rückschlägen reorganisiert der Konzern seinen Bereich Verkehrstechnik. Vorstand Karl-Heinz Sämann wird von den Jungmanagern Thomas Ganswindt und Hans M. Schabert ersetzt.

Hamburg/München - Siemens-Chef Heinrich von Pierer verjüngt den Vorstand des Bereichs Verkehrstechnik radikal. Der zuständige Vorstand Karl-Heinz Sämann (58) muss seinen Posten räumen. Ihm folgen Thomas Ganswindt (39) und Hans M. Schabert (38), berichtet das "manager magazin" in seiner am 21. Januar erscheinenden Ausgabe.

Mit dem Einzug der beiden Jungmanager würden erstmals die Verantwortlichkeiten im Verkehrstechnik-Vorstand klar aufgeteilt. Ganswindt werde für die Bahninfrastruktur, darunter Bahnelektrifizierung und Signalanlagen zuständig sein. Schabert betreue die Schienenfahrzeuge vom ICE bis zur U-Bahn.

Laut "manager magazin" tut der frische Wind bei Siemens Verkehrstechnik bitter Not. Seit Jahren stecke der Bereich in einer Krise. Im Geschäftsjahr 1998 sei ein Verlust von rund 750 Millionen Mark angefallen. Im Geschäftsjahr 1999 schrumpfte das Minus durch erste Umstrukturierungsmaßnahmen auf 120 Millionen Mark.

In den vergangenen Monaten musste die Siemens-Verkehrstechnik aber wieder herbe Rückschläge einstecken. Die Kölner Verkehrs-Betriebe kaufen ihre neue Straßenbahn nicht bei Siemens, sondern beim kanadischen Anbieter Bombardier. Der Auftrag für einen Hochgeschwindigkeitszug in Taiwan ging ebenfalls verloren; Siemens wollte den Zug gemeinsam mit dem französischen Bahnbauer Alstom liefern. Zuletzt platzten auch die Verhandlungen mit Bombardier über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens.