Veba-Viag Liesen folgt Strenger als Aufsichtsratschef

Klaus Liesen soll Hermann Strenger im Mai als Chefkontrolleur des fusionierten Stromkonzerns ablösen. Die Chemietöchter Degussa-Hüls und SKW Trostberg sollen noch in diesem Jahr zu einer Holding zusammengeführt werden.

München/Düsseldorf/Hamburg - Der amtierende Aufsichtsratschef der Veba, der 71-Jährige Hermann Strenger, werde sein Mandat mit der ordentlichen Hauptversammlung am 25. Mai niederlegen und Klaus Liesen als Nachfolger im fusionierten Konzern vorschlagen, berichtet das "manager magazin". Liesen, seit acht Jahren Mitglied im Aufsichtsrat der Veba, soll bis 2003 dem Aufsichtsrat des neuen Stromgiganten Veba-Viag vorsitzen. Anschließend ist Veba-Chef Ulrich Hartmann als Chefkontrolleur des fusionierten Konzerns vorgesehen.

Neben Liesen will Veba Rolf Breuer, Gerhard Cromme, Ulrich Hocker, Andre Leysen, Henning Schulte-Noelle und Bernd Voss in das Gremium entsenden. Die Viag solle durch Karl-Hermann Baumann, Jochen Holzer und Kurt Viermetz vertreten werden.

Die für die Fusion notwendige Zustimmung der Aktionäre wollen Veba und Viag in außerordentlichen Hauptversammlungen Mitte Februar einholen. Zudem steht die Zustimmung der Kartellbehörden zu dem Zusammenschluss noch aus. Der neue Großkonzern soll - auf Basis der 1998er Zahlen - mit einem Umsatzvolumen von rund 76 Milliarden Euro starten. Doch sind umfangreiche Verkäufe von Aktivitäten und Töchtern geplant. Der Konzern soll das Energie- und Chemiegeschäft als Kern umfassen und darüber hinaus noch über Aktivitäten im Immobilien- sowie im Telekommunikationsbereich verfügen.

Chemiestrategie steht fest

Das "manager magazin" berichtete, dass inzwischen die Chemiestrategie des neuen Großkonzerns feststehe. Die Töchter Degussa-Hüls und SKW Trostberg sollten noch in diesem Jahr zusammengeführt werden. Das Kerngeschäft der neuen Chemieholding soll laut manager magazin nur noch auf fünf Säulen ruhen, mit einem Gesamtumsatz von rund 14 Milliarden Mark: Naturstoffe, Bauchemie, Feinchemie, Performance-Chemikalien sowie Performance-Materialien. Die Holding solle weder in Trostberg (heute Sitz der SKW) noch in Frankfurt (Degussa-Hüls) sitzen. Die besten Aussichten habe Düsseldorf. München steht bereits als Standort der Energieholding fest.