Windkraft Repower spürt keine Flaute

Der Windkraftanlagen-Bauer Repower trotzt der Finanzkrise und verzeichnet steigenden Umsatz und Gewinn. Doch die Aussichten haben sich verschlechtert. Manch großes Projekt steht auf der Kippe - dazu gehört nach Medienangaben ein 2,6-Milliarden-Vorhaben vor der britischen Küste.

Hamburg - Der Hamburger Windkraftanlagenbauer Repower Systems  spürt noch keine Flaute. Das vom indischen Suzlon-Konzern übernommene TecDax-Unternehmen steigerte seinen Umsatz in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2008/09 um 46 Prozent auf 850,5 Millionen Euro, wie es am Montag in Hamburg mitteilte. Den vorläufigen Zahlen zufolge stieg der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 37 Prozent auf 38,1 Millionen Euro.

Das Unternehmen bekräftigte seine Prognose, im laufenden Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro zu erzielen. Die Ebit-Marge soll zwischen 5,5 und 6,5 Prozent liegen. Die Aktie legte nach Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen deutlich zu. Sie notierte am Mittag bei 113,19 Euro - 5,11 Prozent über dem Freitagsstand. Der TecDax legte nur um 0,69 Prozent zu.

Im Jahr 2009/10 geht das Unternehmen von einem Umsatzwachstum zwischen 30 und 35 Prozent aus. Diese Prognose hatte Repower im November bekannt gegeben. Ursprünglich hatten die Hamburger ein Wachstum von 40 bis 50 Prozent für möglich gehalten, diesen Ausblick wegen der Wirtschaftskrise allerdings nach unten korrigiert.

Ende Dezember lagen den Angaben zufolge Kaufverträge über insgesamt 708 Windenergieanlagen mit einer Gesamtnennleistung von 1502 Megawatt vor. "Dies entspricht einem vertraglich abgesicherten Auftragsvolumen von mehr als 1,6 Milliarden Euro", hieß es. Damit legte der Auftragsbestand leicht zu. Ende September hatte Repower nach früheren Angaben Aufträge über 683 Anlagen mit einem potenziellen Volumen von 1,52 Milliarden Euro.

Die britische Tochter des deutschen Energieriesen Eon  sieht das milliardenschwere Windenergie-Projekt "London Array" in Gefahr. Wie die Wirtschaftszeitung "Financial Times" am Montag berichtete, steht die Finanzierung des Großprojekts nach Angaben von Eon UK "auf Messers Schneide". Grund seien die fallenden Preise unter anderem für Öl und Gas. "London Array" ist das weltweit größte Offshore-Windkraftprojekt. Der Park soll im Mündungsgebiet der Themse östlich von London entstehen.

Zwar stehe Eon weiter zu dem Projekt, aber "die wirtschaftlichen Gegebenheiten sind derzeit ziemlich schwierig", sagte Eon-UK-Chef Paul Golby der Zeitung. Eon ist mit 30 Prozent am dem Projekt beteiligt. Rund 270 Turbinen mit einer Kapazität von bis zu 1000 Megawatt sollen in mehr als 20 Kilometer Entfernung vor der Küste von Kent und Essex aufgestellt werden. Die Kosten werden früheren Medienberichten zufolge auf 2,6 Milliarden Euro geschätzt. Planmäßig soll die erste Bauphase bis 2012 abgeschlossen werden.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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