Krisenbank Neue Milliardengarantie für Hypo Real

Der staatliche Rettungsfonds Soffin erhöht seine Garantien für die Hypo Real Estate um 12 auf 42 Milliarden Euro. Dass damit das Ende der Stützung noch nicht erreicht ist, teilt die Bank bereits vorsorglich mit. Für weitere Liquiditäts- und Kapitalhilfen gibt es aber offenbar noch große Hindernisse.

Berlin - Die schwer angeschlagene Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE)  erhält weitere Milliardengarantien des Staates. Der Bürgschaftsrahmen aus dem Bankenfonds Soffin sei für die Bankengruppe um zwölf Milliarden Euro auf nunmehr 42 Milliarden Euro erweitert worden, teilte das Institut am Dienstagabend in einer Pflichtveröffentlichung mit.

Die Hypo Real Estate könne diese zusätzlichen Garantien dafür nutzen, bis Juni fällige neue Schuldverschreibungen abzusichern. Für ausgestellte Bürgschaften sei eine Provision von 0,5 Prozent im Jahr vereinbart worden. Die Bank verhandelt den Angaben zufolge zudem weiter mit dem Bund über zusätzliche Maßnahmen.

"Die Gespräche mit dem Soffin über die Gewährung längerfristiger und umfassender Maßnahmen zur Liquiditäts- und Kapitalunterstützung der Gruppe sind noch nicht abgeschlossen", hieß es in der Mitteilung. Zuletzt war über einen Einstieg des Staates bei der Bank spekuliert worden. Dieser Schritt wurde nach Angaben aus mit den Gesprächen vertrauten Personen jedoch vorläufig vertagt. Grund sei eine notwendige Änderung des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes, berichtete die "Börsen-Zeitung".

Da der Eigenkapitalbedarf der HRE eine Summe von zehn Milliarden Euro erreichen könnte, würde der Bund bei der Zeichnung von Stammkapital in eine Mehrheitsposition gelangen. Das im Oktober auf den Weg gebrachte Finanzmarkt-Stabilisierungsgesetz für den Soffin begrenzt einen Einstieg des Rettungsfonds aber auf maximal 33 Prozent, ohne dass die Aktionäre eines Instituts eingebunden werden müssten.

Alternativ könnte der Bund aber auch wie bei der Commerzbank  stille Einlagen gewähren, die jedoch mit Zinszahlungen verbunden wären, schreibt die Zeitung weiter. Allerdings sei fraglich, ob die HRE dies leisten könnte. Laut Zeitung ist in Finanzkreisen überlegt worden, die ob die HRE-Tochter Depfa aus dem Verbund herausgelöst und direkt unter staatliche Aufsicht gestellt werden könne.

Der Staat und einige Banken hatten der HRE im Herbst mit 50 Milliarden Euro unter die Arme gegriffen und sie damit vor dem Aus bewahrt. Die Gruppe war durch einen Liquiditätsengpass der irischen Staatsfinanzierungstochter Depfa Bank in eine Notlage geraten. Der Kapitalbedarf der HRE war entstanden, weil die Depfa für ihre langfristigen Verpflichtungen keine kurzfristige Refinanzierung am Geldmarkt mehr erhalten konnte.Zudem haben die Münchner vom Soffin 30 Milliarden Euro an Garantien für die Ausgabe von Schuldtiteln erhalten. Diese laufen bis Mitte April.

manager-magazin.de mit Material von reuters und ddp

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