Tiefrote Zahlen DZ Bank schreibt Milliardenverlust

Die Finanzkrise hat die genossenschaftliche DZ Bank im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerissen. Insgesamt fiel bei der gesamten Gruppe ein Nachsteuerverlust von rund einer Milliarde Euro an. Einen ähnlichen Betrag wollen die Volks- und Raiffeisenbanken als Eigner nun an frischem Geld zuschießen. An der Fusion mit der WGZ Bank will das Institut aber festhalten.

Frankfurt am Main - Als Grund für die herben Verluste führte die Zuspitzung der Finanzkrise nach dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers im September an. Die DZ Bank bezifferte ihre Gesamtbelastungen auf fast vier Milliarden Euro. Der Vorstand gehe aber davon aus, dass der größte Teil der Abschreibungen nur temporär sei, erklärte Bankchef Wolfgang Kirsch.

Belastet wurde die Bilanz unter anderem durch Engagements bei Lehman Brothers von 360 Millionen Euro und isländischen Banken mit 449 Millionen Euro. Hinzu kamen Bewertungsabschläge unter anderem auf Staatsanleihen und ABS-Papiere von rund 1,5 Milliarden Euro.

Um die Kapitalbasis der DZ Bank zu stärken, wollen die Volks- und Raiffeisenbanken als Eigner bis zu eine Milliarde Euro an frischem Geld zuschießen.

"Wir sehen die Bereitschaft unserer Eigentümer, uns mit Kapital zu unterstützen als Ausdruck des genossenschaftlichen Prinzips, Herausforderungen nach Möglichkeit aus eigener Kraft zu bewältigen", erklärte Vorstandschef Wolfgang Kirsch. Dies sei mit der Erwartung verbunden, dass sich das Marktumfeld stabilisiere. "Andere flankierende Maßnahmen werden ebenfalls geprüft", heißt es.

Die Fusion mit dem zweiten, kleineren genossenschaftlichen Spitzeninstitut WGZ Bank werde planmäßig umgesetzt. Der Zusammenschluss zur drittgrößten Bank in Deutschland soll in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Derzeit werden noch Bewertungsfragen geklärt.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa-afx