Mannesmann Gruppen-Vorstand für Telekom-Sparte

Mit einer neuen Führungsstruktur will der Düsseldorfer Konzern schneller auf strategische Entwicklungen reagieren und die feindliche Vodafone-Offerte abwehren.

Düsseldorf - Mitten in der Abwehr des feindlichen Übernahme-Angebots durch Vodafone will Mannesmann Synergien zwischen seinen europäischen Telekommunikationstöchtern realisieren. Dazu habe der Aufsichtsrat der Bildung eines Gruppen-Vorstands zugestimmt, teilte Mannesmann am Montag mit. Die Höhe der erwarteten Einsparungen wollte ein Mannesmann-Sprecher nicht beziffern. Mitglieder des Boards seien die Präsidenten der größten operativen Einheiten der Gruppe, wie D2, Mannesmann Arcor, Omnitel, Orange und Infostrada.

Mit Wirkung zum 15. Februar habe das Kontrollgremium außerdem Kurt Kinzius (42) und Albert Weismüller (45) in den Vorstand berufen, hieß es weiter. Kinzius werde für das Ressort Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions) zuständig sein und Weismüller neuer Finanzvorstand werden.

Mannesmann gehe im Teilungsprozess nach Plan voran, erklärte Vorstandschef Klaus Esser. Das Unternehmen hatte vor einigen Monaten angekündigt, die Sparte Anlagenbau/Automobiltechnik im Konzern von der Telekommunikation abzuspalten und an die Börse zu bringen. "Unser neuer Gruppen-Vorstand ist ein weiterer wichtiger Schritt für Mannesmann zum ersten Telekommunikationsunternehmen, das wirklich europäisch ist."

Auch Vodafone mit neuer Führungskraft

Bei Vodafone wird Tomas Isaksson künftig als Präsident die globale Plattform und die Internet-Dienste führen. Der 45-Jährige war zuvor Chef eines Tochterunternehmens des britischen Mobilfunkanbieters. Vodafone-Chef Gent deutet außerdem weitere Großprojekte seines Unternehmens an. "Wir arbeiten an anderen Vorhaben mit großen Firmen. Andere bedeutende Projekte laufen derzeit", sagte er der französischen Tageszeitung "Le Figaro". Einzelheiten nannte er nicht.