Euro-Bargeld Starter-Kits als Grundausstattung

Mit einem "Starter-Kit" im Gegenwert von 20 Mark wollen die Landeszentralbanken zwei Wochen vor dem offiziellen Euro-Beginn den Münz-Umtausch einleiten. Automaten werden schon eher vorbereitet.

Frankfurt - Das D-Mark-Bargeld wird ab Januar 2002 kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr sein, entsprechend dem juristischen "big bang" nach dem 3. Euro-Einführungs-Gesetz. Die Bundesbank wird ab diesem Zeitpunkt auch kein D-Mark-Bargeld mehr abgeben, aber unbefristet D-Mark in Euro umtauschen, erklärte Hans Reckers, Präsident der Landeszentralbank Hessen.

Nach der "modifizierten Stichtagregelung" werden aber Kreditwirtschaft und der Handel bis Ende Februar 2002 D-Mark-Bargeld annehmen sowie auf Wunsch D-Mark-Münzen als Wechselgeld herausgeben. Das sei besonders für die Funktionsfähigkeit der zwei Millionen Automaten in Deutschland wichtig, sagte Reckers.

Die Banken können voraussichtlich schon im Herbst 2001 von der LZB Euro-Bargeld gegen Sicherheiten erhalten, um die Auszahlung an Handel und Automatenwirtschaft vorzubereiten, so Reckers. Für dieses so genannte "front loading" werde zur Zeit ein Rahmenvertrag der Bundesbank mit der Kreditwirtschaft abgestimmt.

Mit der Austattung der Geldautomaten zum Jahresbeginn 2002 mit Euro-Banknoten können nach den Worten von Reckers bereits etwa 20 Prozent des Erstbedarfs an Euro-Banknoten in Umlauf gebracht werden.

"Starter-Kit" für den Grundbedarf

Ab Mitte Dezember 2001 können die Kreditinstitute die Erstausstattung der Bürger mit Euro-Münzen im Wert von circa 20 D-Mark vornehmen, so Reckers zu den "Starter Kits". Die Kreditinstitute haben dazu bereits ihren Bedarf im bundeweiten Gesamtumfang von 42,5 Millionen Packungen angemeldet. Da durch das "front loading" nicht die gesamte Nachfrage nach dem neuen Bargeld abgedeckt werden kann, werden die Filialbanken ihre Geschäftszeiten ausweiten und bei Bedarf um den Jahreswechsel auch an Wochenenden geöffnet halten.

Euro aus dem Automaten ziehen, D-Mark ausgeben

Ein reibungsloser und zügiger Ablauf der Bargeldumstellung ist nach Überzeugung von LZB-Präsident Reckers am ehesten gewährleistet, wenn die Bevölkerung ihre üblichen Zahlungsgewohnheiten beibehält, Euro-Geldscheine also über Geldautomaten und Münzen als Wechselgeld bezieht und D-Mark-Bargeld im Rahmen der täglichen Versorgung ausgibt.

Im Laufe eines normalen Geschäfjahres werden nach Angaben von Reckers etwa ein Drittel der einfließenden Noten aus dem Verkehr gezogen, "geshreddert" und beispielsweise zu "Briketts" gepresst. Im Zuge des Währungsumtausches müssen in Hessen nach Angaben des LZB-Präsidenten ungefähr 175 Tonnen entwertete Geldscheine entsorgt werden. Die rücklaufenden D-Mark-Münzen (ab 50 Pfennig aufwärts) "werden zerstört und einer Verwertung zugeführt".

Allein in Hessen 1,2 Milliarden Münzen

Die LZB in Hessen wird nach den Ausführungen ihres Präsidenten bei der Verteilung des Euro-Bargeldes etwa 160 Millionen Banknoten und 1,2 Milliarden Münzen in Umlauf bringen, das sind etwa sieben Prozent des auf Deutschland entfallenden Bargeldvolumens.

Unter der Annahme, dass auf Hessen analog zur Ausgabe des neuen Euro-Bargelds etwa sieben Prozent des gesamten D-Mark-Rücklaufs entfallen, hat die LZB in Hessen nach Angaben ihres Präsidenten in den ersten Wochen 2002 mehr als 170 Millionen Geldscheine zu bearbeiten, das entspricht etwa einem Viertel ihrer jährlichen Bearbeitskapazität.