HSH Nordbank Bond mit Staatsgarantie klar überzeichnet

Wenige Tage nach der Commerzbank hat die HSH Nordbank eine Anleihe mit Staatsgarantie auf den Markt gebracht. Investoren griffen bei dem Papier laut Bankangaben begierig zu. Das Institut verteidigt derweil Millionenausschüttungen trotz hoher Verluste.

Hamburg - Die finanziell angeschlagene HSH Nordbank hat ihre erste staatlich garantierte Anleihe über drei Milliarden Euro am Kapitalmarkt gut verkaufen können. Insgesamt seien bis zum Montag Order über neun Milliarden Euro eingegangen, teilte das Institut in Hamburg mit.

Die Anleihe sei somit mehr als dreifach überzeichnet gewesen und das Orderbuch geschlossen worden. Die Bank zahlt einen Aufschlag von 0,28 Prozentpunkten gegenüber dem marktüblichen Zinssatz unter Banken. Die exakte Zinshöhe wird am Dienstag fixiert. Die Anleihe läuft über drei Jahre.

In der vergangenen Woche hatte bereits die Commerzbank Anleihe erfolgreich unter dem Rettungsschirm des Bundes platziert und fünf Milliarden Euro eingenommen. Für die institutionellen Anleger hat die staatliche Garantie den Vorteil, dass sie auch bei einer Zahlungsunfähigkeit des Instituts ihre Anlage zurückgezahlt bekommen und kein Verlustrisiko besteht. Auch die BayernLB will in den nächsten Wochen eine Anleihe begeben, deren Rückzahlungen und Zinsen staatlich abgesichert sind.

Der Soffiin hatte der HSH Nordbank im Zuge der Finanzkrise bereits Liquiditätsgarantien in Höhe von bis zu 30 Milliarden Euro zugesagt. Das Land Schleswig-Holstein hält 29,1 Prozent der Anteile an dem Institut. Weitere Anteile halten Hamburg (30,41 Prozent), der schleswig-holsteinische Sparkassen- und Giroverband (14,8 Prozent) sowie die US-Beteiligungsgesellschaft J.C. Flowers (25,67 Prozent).

Derweil hat die Bank die umstrittene Ausschüttung von knapp 70 Millionen Euro an institutionelle Anleger verteidigt. "Der Verzicht auf diese Auszahlung hätte das erhebliche Risiko mit sich gebracht, dass Liquidität in Milliardenhöhe abfließt", hieß es in einer Mitteilung. Die rechtliche Zulässigkeit sei von unabhängigen Sachverständigen geprüft worden.

Dass die Bank trotz hoher Verluste die Ausschüttung vornimmt, hatte für massive Kritik gesorgt. So drohte der Oppositionsführer im schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki (FDP), mit einem Untersuchungsausschuss als "letzte Konsequenz".

Gegenstand der Ausschüttung seien stille Einlagen, die zwischen 1997 und 2000 im Rahmen eines sogenannten Private-Placements von inländischen institutionellen Anlegern erworben wurden, erklärte die Bank. Deren Volumen betrage 861 Millionen Euro. "Diese stillen Einlagen sind mit einem Kupon ausgestattet, dessen Auszahlung in Höhe von 64 Millionen Euro für das jeweilige Geschäftsjahr an die Feststellung eines Jahresüberschusses der HSH Nordbank gekoppelt ist", hieß es.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa und reuters

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