Donnerstag, 5. Dezember 2019

Privatversicherung "Prämiensteigerung von bis zu 10 Prozent"

Privat Krankenversicherte können ab Januar in einen neuen Basistarif wechseln. Der Direktor des Privatkassenverbands sieht diese Regelung allerdings kritisch: Der Tarif mache die Versicherung 10 Prozent teurer.

Frankfurt am Main - "Das Wechselrecht der Neuversicherten wird sich auf die Tarife ab Januar 2009 auswirken. Wir rechnen über die Branche hinweg mit einer Prämiensteigerung von bis zu 10 Prozent", sagte Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privatkassen, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ, Dienstagausgabe). Die Steigerung könne in Einzelfällen deutlich niedriger sein, aber auch darüber hinausgehen.

Basistarif in der Kritik: "Je mehr Menschen den Basistarif nutzen, umso stärker müssen die Prämien für Altversicherte angehoben werden"
Der Basistarif in seiner jetzigen Form sei keine gute Idee, weil er von seiner Anlage her subventionsbedürftig sei. "Wir hatten die Idee eines Basistarifs 2005 selbst entwickelt", sagte Leienbach der Zeitung. Die Regierung habe den Begriff dann dankend genommen, aber mit einem vollkommen anderen Inhalt gefüllt. "Klar ist: Je mehr Menschen den Basistarif nutzen, umso mehr steigt die Subventionslast und umso stärker müssen die Prämien für Altversicherte angehoben werden", sagte Leienbach der "FAZ".

Den Basistarif müssen die privaten Krankenkassen ohne Risikoaufschläge oder Risikoausschlüsse anbieten. Er muss nach Art, Höhe und Umfang mit der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) vergleichbar sein. Verbraucher mit einem überdurchschnittlichen Einkommen, die freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, können in eine Private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Dazu müssen sie drei Mal in Folge die Mindestverdienstgrenze (2008: 48.150 Euro brutto) überschritten haben.

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