US-Leitzinsen Greenspan will straffere Geldpolitik

US-Notenbankpräsident Alan Greenspan hat in seiner ersten Rede im neuen Jahr eine straffere Geldpolitik angekündigt, um die Wirtschaft wieder ins Lot zu bringen.

New York - In einer Rede vor dem Economic Club in New York sagte Greenspan, die Notenbank könne es sich nicht leisten, eindeutige Zeichen einer wachstumsgefährdenden Inflation abzuwarten. Die wirtschaftlichen Kräfte, die für die längste Expansionsperiode der Nachkriegszeit verantwortlich seien, hätten wahrscheinlich keine jahrzehntelange Gültigkeit.

Auch wenn sich "nicht bestreiten" ließe, "dass sich etwas grundsätzlich anderes als der übliche Konjunkturzyklus der Nachkriegszeit entwickelt hat". Das fiebergleiche Wirtschaftswachstum und die davongaloppierenden Aktienkurse hätten ein Ungleichgewicht geschaffen, welches die Konjunktur bis zum Stillstand lähmen könnte.

"Greenspan hat eigentlich nichts Neues gesagt", kommentierte ein Analyst in Frankfurt die Rede. Dass Anfang Februar eine Zinserhöhung in den USA bevorsteht, sei ziemlich sicher. Die Frage sei nur, ob sie ein Viertel oder gleich einen halben Prozentpunkt ausmachen werde. Der positiven Reaktion der Finanzmärkte auf Greenspans Rede stehen einige Händler allerdings skeptisch gegenüber. "Greenspan hat klar gesagt, dass er einen Zinsanstieg unterstützen will", so ein Beobachter.