Analysten Empfehlungen vom Vormittag

Goldman Sachs sieht Telekom auf 82 Euro steigen. Sal.Oppenheim bewertet Mannesmann allein mit höchstens 240 Euro. Merrill Lynch warnt vor Edel Music. WestLB Panmure empfiehlt Steag Hamatech.

Goldman Sachs sieht das Kursziel für die Aktien der Deutsche Telekom (555 700) bei 72 bis 82 Euro (aktuell: rund 70 Euro) und bestätigt die Einstufung als "Market Outperformer". Die Anlysten begründen den Schritt mit positiven Nachrichten, die sie von der Telekom erwarten, sowie mit einer langfristigen Cash-flow-Analyse, einschließlich der Wachstumsaussichten im Bereich Mobilfunk und Internet. Außerdem sei die Deutsche Telekom Marktführer im Bereich Internet und Breitbandzugangs-Technologie. Zudem habe sich der Wert der zum Verkauf stehenden Kabelnetz-Sparte erhöht.

Mannesmann: Potenzial eher unter 240 Euro (Sal.Oppenheim)

Die Internetsparte von Mannesmann, deren Börseneinführung das Unternehmen erwägt, ist nach Einschätzung von Frank Rothauge, zuständiger Analyst bei Sal Oppenheim, rund zehn Milliarden Euro wert. In einer überschlägigen Rechnung "bewertet" Rothauge jeden der nach Mannesmann-Angaben rund 2,6 Millionen Internetkunden in Deutschland und Italien mit 4.000 Euro. Ein eventueller Börsengang erfordere, dass Mannesmann das zersplitterte Geschäftsfeld "aufräume" und die Vielzahl seiner verschiedenen Internet-Provider zusammenführe. Zwar würde ein solcher Zug in der gegenwärtigen Marktsituation viel Geld in die Kassen spülen, doch könne dies ebenso unter dem Regime von Vodafone geschehen. Den vom Mannesmann-Management erneut genannten angemessenen Preis von mindestens 350 Euro je Mannesmann-Aktie (656 030) hält Rothauge weiterhin für zu hoch. Selbst wenn bei der Bewertung die momentan sehr hoch bewertete Mobilfunkunternehmen als Maßstab herangezogen würden, komme er lediglich auf 240 Euro (aktuell: 247 Euro), sagt der Analyst. Bei Bewertung auf Basis diskontierter künftiger Free-Cash-Flows liege der faire Preis sogar um etwa 40 Prozent unter diesem Betrag.

Edel Music: Zu hoch bewertet (Merrill Lynch)

Die Verschiebung der Veröffentlichung von drei Musikalben im vergangenen Jahr wird für das Geschäftsjahr 1999 des Hamburger Musiklabels edel music AG voraussichtlich zu einem Ergebnis von "plus-minus Null" führen. Da die Alben nunmehr im Jahr 2000 heraus gebracht würden, rechnet der bei Merrill Lynch zuständige Analyst Bernd Tubeileh für das aktuelle Geschäftsjahr mit einem Jahresüberschuß von etwa 53 Millionen Mark - deutlich mehr als der Edel-Vorstand, der während der letztjährigen Hauptversammlung noch "konservativ" von 31,5 Millionen Mark gesprochen hatte. Die stark differierenden Zahlen für 1999 und 2000 durch die verschobene Erscheinung von lediglich drei Alben zeigen allerdings die Volatilität in der Musikbranche. Zwar sei edel dort für "sehr gutes" Management bekannt, doch sei die Unternehmensaktie (564 950) seiner Meinung nach derzeit eindeutig zu hoch bewertet. Er halte einen Wert von etwa 30 Euro (aktuell: rund 42 Euro) für realistisch. Angesichts des marktspezifisch begrenzten Wachstumspotenzials wird das Label auch weiterhin akquirieren müssen, um für den Aktienmarkt befriedigende Umsatzzuwächse zu erzielen. Eigenes, organisches Wachstum sei für die Hamburger Gesellschaft nur im Bereich von fünf bis zehn Prozent jährlich möglich.

Steag Hamatech: Kursziel 45 Euro (WestLB)

Analyst Jonathan Crozier von WestLB Panmure stuft die Aktien von Steag Hamatech (730 900) weiterhin als Outperformer ein - und als bessere Alternative zum Konkurrenten Singulus. Steag komme bei der Integration der US-Tochter FLT gut voran und könne eine universale Marke etablieren. Die stärkste praktische Motivation sei es, FLT´s DVD-Expertise in Asien, wo die Marke Steag Hamatech bereits etabliert sei, zu verkaufen. Gleichzeitig verlasse Art LeBlanc, CEO von FLT, die Gruppe. Der gütliche Weggang sei intern vor einiger Zeit vereinbart worden. Seine Position sei verteilt und seine Nachfolger ernannt worden. Das Unternehmen rechne mit einem Umsatz von rund 500 Millionen Mark, Crozier dagegen sogar mit 515 bis 520 Millionen Mark. Der Gewinn je Aktie soll von 0,76 Euro für 1999 auf 0,99 Euro für 2000 steigen. Für die folgende Geschäftsperiode rechnet er mit einem EPS von 1,24 Euro. Das Kursziel betrage 45 Euro (aktuell: rund 37 Euro).