Absatzkrise Porsche legt Rückwärtsgang ein

Der bisher so erfolgsverwöhnte Sportwagenhersteller Porsche bekommt die Absatzkrise auf den weltweiten Automärkten nun voll zu spüren. Die Zuffenhausener müssen einen Ergebnisrückgang wegstecken.

Stuttgart - Porsche  teilte am Donnerstag in einem Zwischenbericht für die ersten vier Monate seines Geschäftsjahres 2008/09 (per 31. Juli) mit, ebenso wie Umsatz und Absatz habe auch der operative Gewinn unter Vorjahr gelegen.

Detaillierte Angaben zur Höhe des Betriebsgewinns machte Porsche nicht. Der Umsatz sei in den Monaten August bis November um 9,7 Prozent auf 2,15 Milliarden Euro gesunken und die Zahl der weltweit verkauften Autos um 18,7 Prozent auf 25.016 Stück geschrumpft.

Eine verlässliche Vorhersage für den Verlauf des Geschäftsjahres traute sich der Sportwagenhersteller angesichts der schwierigen weltwirtschaftlichen Situation nicht zu. Für das laufende Geschäftsjahr 2008/09 rechnet Porsche angesichts der weltweiten Absatzflaute jedoch mit deutlich weniger verkauften Wagen als im Vorjahr. Von August 2007 bis Ende Juli 2008 hatte Porsche einen Rekord von 98.652 verkauften Cayenne, 911-er und Co. eingefahren. Die Stuttgarter hatten jedoch mehrfach erklärt, lieber ein Fahrzeug weniger zu produzieren als eines auf Halde zu stellen.

Porsche hatte bereits angekündigt, im Januar aufgrund der Absatzflaute tageweise die Bänder anzuhalten. Rabatte werde es seitens des Unternehmens auch weiterhin nicht geben, hatte der Vorstandsvorsitzende Wendelin Wiedeking bereits Ende November betont.

Den nächsten Wachstumsschub erwartet das Unternehmen erst im Geschäftsjahr 2009/10 mit der Markteinführung des Panamera. Der ab August oder September verfügbare Viertürer, von dem die Stuttgarter mindestens 20.000 pro Jahr zu verkaufen hoffen, könnte Porsche den erhofften Absatzschub bringen. Die letzte Neueinführung war der Geländewagen Cayenne Ende 2002 - heute das bestverkaufte Porsche-Modell.

Trennung von VW-Optionen

Porsche hat sich unterdessen in den vergangenen Wochen von einem größeren Optionspaket auf Stammaktien des Autobauers Volkswagen  getrennt.

Porsche teilte am Donnerstag ebenfalls in Stuttgart mit, das Unternehmen besitze nun noch Optionen auf rund 28,1 Prozent der VW-Stämme. Ende Oktober hatte Porsche noch über Optionen mit Barausgleich auf 31,5 Prozent der VW-Stämme verfügt. Zu dem Verkaufserlös machte Porsche keine Angaben.

Porsche will seinen zuletzt bei 42,6 Prozent der Stammaktien liegenden Anteil an Volkswagen weiter auf 75 Prozent erhöhen und mit dem Wolfsburger Konzern einen Beherrschungsvertrag abschließen.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dow jones

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